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Für Diesel-Aufarbeitung zuständige VW-Chefjuristin geht

Die für die Aufarbeitung der Dieselaffäre zu VW geholte Spitzenjuristin Christine Hohmann-Dennhardt gibt ihr Amt als Rechtsvorstand schon nach einem Jahr wieder auf. Hohmann-Dennhardt scheide zum 31. Jänner aus, teilte Volkswagen am Donnerstag überraschend mit.

Die Zeit von Juristin Christine Hohmann-Dennhardt bei VW ist vorbei.  SN/APA (dpa)/Sebastian Gollnow
Die Zeit von Juristin Christine Hohmann-Dennhardt bei VW ist vorbei.

Wegen unterschiedlicher Auffassungen über Verantwortlichkeiten und die künftigen Arbeitsstrukturen verlasse die frühere Verfassungsrichterin den Konzern "im gegenseitigen Einvernehmen". Angaben zum Inhalt der Unstimmigkeiten wollte ein VW-Sprecher nicht machen. Der Aufsichtsrat bestellte bereits eine Nachfolgerin: Hiltrud Werner, bisher Leiterin der Konzernrevision, soll den Posten übernehmen.

Das "Handelsblatt" berichtete, die Juristin habe die Erwartung der Konzernführung nicht erfüllen können. VW wollte sich dazu nicht äußern, Hohmann-Dennhardt war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Trotz ihrer Erfahrung mit US-Rechtsstreitigkeiten als ehemalige Daimler-Rechtschefin habe nicht Hohmann-Dennhardt die Verhandlungen mit der US-Justiz geführt, sondern Einkaufsvorstand Francisco Javier Garcia Sanz und VW-Justiziar Manfred Döss, erfuhr Reuters aus dem Umfeld des Unternehmens.

Volkswagen hatte die Juristin für die Aufarbeitung des Dieselskandals vom Rivalen Daimler abgeworben. Die 66-Jährige trat ihren Posten als Vorstand für "Integrität und Recht" am 1. Jänner 2016 an. Sie sollte helfen, den Abgasskandal juristisch zu bewältigen und schärfere interne Kontrollen aufbauen. So wollte sie ein wirksameres System für Whistleblower einführen, wie sie dem "Manager-Magazin" in einem ihrer raren Interviews sagte. Bei Daimler hatte Hohmann-Dennhardt nach Bestechungsvorwürfen der US-Börsenaufsicht die internen Kontrollen und Vorkehrungen gegen Rechtsverstöße auf Vordermann gebracht. "Ihr Schwerpunkt war eher Compliance", sagte der Insider.

Im Zuge des vor kurzem geschlossenen milliardenteuren Vergleichs mit der US-Justiz muss der Autobauer die internen Kontrollen und Vorkehrungen gegen Gesetzesverstöße reformieren. Auch muss sich VW für einige Jahre einer Aufsicht durch einen Beauftragten der US-Justiz unterwerfen. Auch Daimler wurde von 2010 bis 2013 wegen Korruptionsfällen vom ehemaligen FBI-Direktor Louis Freeh kontrolliert. Medienberichten zufolge wollte Hohmann-Dennhardt den ihr aus dieser Zeit bekannten Freeh vor einem Jahr als Vermittler in den Gesprächen in den USA einsetzen, scheiterte damit aber.

Ein Ende der Aufklärung bedeute Hohmann-Dennhardt Ausscheiden nicht, hieß es unterdessen in Aufsichtsratskreisen. "Da sind längst noch nicht alle Fragen geklärt", sagte ein Insider. Auch der Sonderausschuss des Aufsichtsrates zum Dieselskandal, in dem VW bei weltweit elf Millionen Fahrzeugen die Abgaswerte manipulierte, arbeite weiter.

Quelle: Apa/Ag.

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