Wirtschaft

Greta Thunberg findet klare Worte in Davos: "Es ist eine Krise"

Am Dienstag beginnt die 50. Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums in Davos. US-Präsident Donald Trump hält die Auftaktrede. Zuvor meldete sich aber die junge Klimaaktivistin Greta Thunberg zu Wort. In einer Diskussionsrunde mahnt die 17-Jährige: "Wir müssen die Krise behandeln als das, was es ist: Eine Krise."

Wie viel Zeit bleibt noch? Wenn es nach der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg geht, keine, um die Umwelt zu retten. SN/APA/KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER
Wie viel Zeit bleibt noch? Wenn es nach der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg geht, keine, um die Umwelt zu retten.

Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg musste am Montag wegen Fiebers einige Termine am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos absagen. Beim angekündigten Protestmarsch von Landquart nach Davos beispielsweise fehlte die junge Schwedin. Ab Dienstag ist sie beim Hauptprogramm aber wieder dabei. Bereits in der Früh nahm sie an einer Diskussionsrunde mit anderen jungen Aktivisten teil. Sie fordern vor allem eines: Mehr Mitspracherecht.

Greta Thunberg: "Wir stehen erst am Anfang"

Die Aufmerksamkeit für Klima und Umwelt sei zwar gestiegen und viele Menschen würden sich weltweit an den Aktionen beteiligen, räumt Greta ein. "Die Emissionen sind aber nicht weniger geworden. Genau das ist es aber, was wir erreichen wollen. Aus einer größeren Perspektive betrachtet müssen wir also sagen: Wir stehen erst am Anfang. Es ist noch nicht so viel passiert."

Thunberg plädiert dafür, die Wissenschaft stärker einzubinden. "Wir müssen die Krise behandeln als das, was es ist: Eine Krise", sagte die 17-jährige Schwedin. "Es muss viel mehr passieren. Persönlich könne sie sich über Aufmerksamkeit nicht beklagen. "Aber die Wissenschaft und die Stimmen der jungen Generation stehen nicht im Zentrum der Debatte. Doch das müssen sie."

Die Jungen fordern Mitsprache

Mit dieser Forderung ist Thunberg nicht allein. Auch andere Junge warten in Davos auf: Die Politik habe die Erfahrung, die jungen Leute die Ideen, sagte etwa Natasha Mwansa aus Sambia. Die Aktivistin setzt sich in ihrem Heimatland vor allem für die Rechte von Mädchen und Frauen ein. Mwansa forderte: "Wir müssen besser integriert werden." Es gehe nicht um Reden, sondern um Handlungen und Unterstützung. "Was zählt ist, was wir zu Hause machen. Wir werden nicht immer in Davos sein."

Salvador Gomez-Colon von der Karibikinsel Puerto Rico forderte, die Klimakrise nicht zu politisieren: "Es ist keine politische Frage." Die Kanadierin Autmun Peltier kritisierte, die Menschen konzentrierten sich nur auf Geld. Sie betonte, es sei viel wichtiger, dass Politiker Gesetze einbringen. "Aber die Macht liegt nicht nur bei ihnen, sondern in jedem Einzelnen", sagte der Puerto Ricaner.

Quelle: SN

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