Wirtschaft

Haftbefehl gegen Ex-Chef von mexikanischem Ölkonzern

Der ehemalige Chef des mexikanischen staatlichen Ölkonzerns Pemex und Berater von Mexikos Ex-Präsident Enrique Pena Nieto wird der Korruption beschuldigt. Es lägen Haftbefehle gegen Emilio Lozoya sowie dessen Frau, Schwester und Mutter vor, erklärte die Staatsanwaltschaft in Mexiko-Stadt am Freitag.

Lozoya soll in einen Korruptionsskandal verwickelt sein SN/APA (AFP)/ALFREDO ESTRELLA
Lozoya soll in einen Korruptionsskandal verwickelt sein

Lozoya und seine Familienangehörigen sollen in den Korruptionsskandal um den brasilianischen Baukonzern Odebrecht verwickelt sein. Lozoya, der von 2012 bis 2016 den Ölkonzern Pemex führte, wird vorgeworfen, mehr als zehn Millionen Dollar (8,88 Mio. Euro) Schmiergeld von Odebrecht, dem größten Baukonzerns Lateinamerika, angenommen zu haben. Die Zahlungen sollen 2012 begonnen haben, als der Mexikaner Chef-Stratege im Wahlkampf des späteren Präsidenten Peña Nieto war. Angeblich flossen Teile des Geldes auch in die Wahlkampfkassen.

In einem anderen Fall wird Lozoya zudem der Geldwäsche beschuldigt. Der Manager weist alle Vorwürfe zurück und sieht sich als Opfer "medialer Verfolgung". Sein Aufenthaltsort war zunächst unklar. Lozoyas Anwalt teilte mit, sein Mandat halte sich in Mexiko auf.

Die Korruptionsaffäre um den brasilianischen Odebrecht-Konzern erschüttert mehrere Staaten Lateinamerikas. Seit 2014 brachten die Ermittlungen ein ausgeklügeltes System zur Zahlung von Schmiergeldern an Politiker, Parteien, Staatsbeamte und Manager zutage. Das Unternehmen Odebrecht gab zu, in zwölf Ländern - darunter auch Mexiko - hunderte Millionen Dollar gezahlt zu haben, um an Aufträge zu kommen.

In Ländern wie Brasilien, Peru und Kolumbien wurden in der Folge ehemalige Staatschefs und hochrangige Regierungsvertreter festgenommen und vor Gericht gestellt. In Mexiko hat es bisher keine Festnahmen gegeben.

Die Ermittlungen gegen die mexikanischen Verzweigungen des Odebrecht-Skandals seien "auf verwerfliche Weise für eine sehr lange Zeit eingefroren gewesen", erklärte die Staatsanwaltschaft nun. Mexikos Präsident Andrés Manuel Lopez Obrador, der im Dezember die Regierungsgeschäfte von Pena Nieto übernommen hatte, scheint dies ändern zu wollen.

Quelle: Apa/Ag.

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