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Haftstrafe für VW-Manager in Südkorea

Ein Manager von Volkswagen ist in Südkorea wegen der Fälschung von Zulassungsdokumenten für Importfahrzeuge zu einer Gefängnisstrafe von eineinhalb Jahren verurteilt worden. Das Bezirksgericht von Seoul sah es als erwiesen an, dass der VW-Manager Angaben zu Schadstoffemissionen und Lautstärke fälschte und damit gegen Umweltrecht verstieß.

Manager erhielt Gefängnisstrafe von eineinhalb Jahren.  SN/APA (dpa)/Julian Stratenschulte
Manager erhielt Gefängnisstrafe von eineinhalb Jahren.

Das Bezirksgericht von Seoul sah es als erwiesen an, dass der VW-Manager Angaben zu Schadstoffemissionen und Lautstärke fälschte und damit gegen Umweltrecht verstieß. "Volkswagen hat mit dieser Straftat, die erheblichen sozialen und wirtschaftlichen Schaden angerichtet hat, seine Glaubwürdigkeit als globale Marke untergraben", erklärte das Gericht am Freitag.

Die Strafverfolger in Südkorea ermitteln auch gegen den Landeschef für Audi und Volkswagen, Johannes Thammer. Die Landesvertretung von Volkswagen und Audi erklärte zu dem Urteil, sie habe mit den Behörden kooperiert und sehe weiteren Verfahren mit Zuversicht entgegen.

Im Zuge des Diesel-Skandals wurde unterdessen bekannt, dass einige Modelle des VW-Konzerns nach der Umrüstung mehr Zusatzstoffe zur besseren Abgasreinigung verbrauchen werden. Bei Hunderttausenden 2,0-Liter-Dieseln mit sogenanntem SCR-Katalysator könne der Verbrauch der Harnstofflösung "AdBlue" nach dem Software-Update in der Werkstatt steigen, sagte ein Volkswagen-Sprecher am Freitag.

Betroffen sind vorwiegend Fahrzeuge der Modelle Audi Q5 und Seat Alhambra sowie VW Passat und VW Sharan. Volkswagen will den Besitzern der Autos jeweils Gutscheine für fünf neue Füllungen des "AdBlue"-Tanks spendieren. Das Mittel wird in den betreffenden Modellen im Abgasstrang zugegeben und reagiert unter bestimmten Bedingungen mit den gesundheitsgefährdenden Stickoxiden (NOx) - so soll deren Ausstoß verringert werden. Für typgenehmigungsrelevante Fahrzeugwerte wie den Spritverbrauch und die CO2-Emissionen hat VW versichert, dass durch die Software-Umrüstung keine Verschlechterungen entstehen.

Bei "AdBlue" handelt sich um einen genormten Zusatzstoff, der unter anderem an Tankstellen und in Werkstätten gekauft werden kann. Laut "Autobild" sprechen die meisten Autohersteller beim "AdBlue"-Verbrauch von rund 2 Prozent des Dieselverbrauchs - bei 5 Litern Diesel wären das etwa 0,1 Liter "AdBlue" auf 100 Kilometer. Aktuell kostet ein Liter "AdBlue" etwa 60 Cent.

Quelle: Apa/Ag.

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