Wirtschaft

H&M muss sparen und streicht 1.500 Stellen

Die schwedische Modekette H&M plant wegen der hohen Inflation als erster großer europäischer Einzelhändler den Abbau zahlreicher Mitarbeiter. Das Unternehmen werde rund 1.500 Stellen streichen und im vierten Quartal eine Restrukturierungsbelastung von 800 Millionen schwedischen Kronen (rund 73 Mio. Euro) verbuchen, teilte die weltweite Nummer zwei hinter der spanischen Zara-Mutter Inditex am Mittwoch mit.

Schwedische Modekette baut Personal ab SN/APA (dpa)/Daniel Karmann
Schwedische Modekette baut Personal ab

"Wir befinden uns in einer großen Übergangsphase und die gesamte Einzelhandelsbranche steht vor vielen Herausforderungen", sagte Nils Vinge, Leiter der Abteilung Investor Relations bei H&M. Er verwies auf die Herausforderungen durch die Pandemie, den Krieg in der Ukraine und die steigenden Kosten für Rohstoffe, Fracht und Energie.

"Es ist ganz klar, dass die Verbraucher weniger Geld zur Verfügung haben, nachdem sie ihre Lebensmittel und Energie bezahlt haben. Es liegt also auf der Hand, dass die Nachfrage nach einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis steigt." Der Löwenanteil der Kürzungen werde Schweden betreffen. Zuvor hatte Konzernchefin Helena Helmersson mitgeteilt, dass das Kosten- und Effizienzprogramm die Überprüfung der Organisation beinhalte und das Personal betreffen werde. "Wir werden unsere Kollegen dabei unterstützen, die bestmögliche Lösung für ihren nächsten Schritt zu finden."

Im September hatte H&M einen Plan zur Einsparung von 2 Mrd. schwedischen Kronen pro Jahr angekündigt, ohne Details zum Sparpaket zu nennen. Inflation, zurückhaltende Kunden und einmalige Kosten im Zusammenhang mit der Abwicklung des Russland-Geschäfts hatten beim Modehändler zu einem Gewinneinbruch im dritten Quartal geführt.

Der britische Modehändler Primark hat hingegen angekündigt, dass er 1.800 neue Arbeitsplätze in Spanien und Großbritannien schaffen will. Obwohl viele Einzelhändler mit der starken Konkurrenz durch reine Onlinemarken kämpfen, konnte die Tochter des britischen AB-Foods-Konzerns dank günstiger Preise in den vergangenen Jahren weiter expandieren.

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