Wirtschaft

Huawei könnte Bestandteil eines Handelsabkommens werden

US-Präsident Donald Trump hat in Aussicht gestellt, den Streit um den chinesischen Telekomausrüster Huawei in den Handelsgesprächen mit China zu lösen. "Ich kann mir vorstellen, dass Huawei in irgendeine Form eines Handelsabkommens einbezogen wird", sagte Trump am Donnerstag (Ortszeit) vor dem Weißen Haus in Washington.

Trump stellt Streitende mit Huawei in Aussicht SN/APA (AFP/Archiv)/SAUL LOEB
Trump stellt Streitende mit Huawei in Aussicht

Auf Nachfragen von Reportern nannte Trump allerdings keine Details, wie ein solcher Deal aussehen könnte. Er betonte lediglich, dass jede Vereinbarung "sehr gut für uns aussehen würde, das kann ich Ihnen sagen".

Die USA hatten Huawei vergangene Woche auf eine schwarze Liste von Unternehmen gesetzt, deren Geschäftsbeziehungen zu US-Partnern strengen Kontrollen unterliegen. Trump begründete seine Schritte mit Sicherheitsbedenken gegen Technik aus China. Am Donnerstag wiederholte Trump die pauschalen Anschuldigungen. Huawei sei "sehr gefährlich".

Da die US-Regierung die Vorwürfe gegen den chinesischen Technologiekonzern bisher nicht konkret belegt hat, hatten viele Experten die Sanktionen schon vor den aktuellen Trump-Äußerungen im Kontext des Handelskonflikts zwischen den USA und China gesehen.

Wer US-Technik an Huawei verkaufen oder transferieren will, muss eine Lizenz erwerben. Diese kann verweigert werden, wenn Sicherheitsinteressen berührt sind. Die chinesische Regierung beklagte sich am Donnerstag über eine "wirtschaftlicher Schikane" seitens der USA. US-Außenminister Mike Pompeo warf Huawei-Chef Ren Zhengfei daraufhin vor, über die Verbindungen des Konzerns zur chinesischen Regierung und der kommunistischen Partei Chinas zu lügen.

Noch ist noch völlig offen, ob und wie es zu einer Einigung im Handelskonflikt mit China kommen kann. Trump steht innenpolitisch unter Druck, weil die Sanktionen auch die US-Wirtschaft und vor allem die Agrarindustrie negativ beeinflussen. Trump könnte mit seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping auf dem G-20-Gipfel in Japan Ende Juni versuchen, einen Durchbruch zu erzielen.

Das Geschäftsverbot für Huawei in den USA hat nach Ansicht von Analysten schwerwiegende Folgen für den chinesischen Netzwerkausrüster und Handyhersteller. Die Smartphone-Auslieferungen des Konzerns könnten heuer um bis zu 24 Prozent zurückgehen, wenn die US-Blockade nicht aufgehoben werde, prognostizierten Analysten der beiden Forschungsinstitute Fubon Research und Strategy Analytics am Freitag.

Andere Experten rechnen in den kommenden sechs Monaten ebenfalls mit starken Einbrüchen, scheuen vor konkreten Prognosen aber zurück, da die Unsicherheiten rund um das Geschäftsverbot zu groß seien. Handyhersteller wie Samsung und Apple könnten die entstehende Lücke nach Ansicht der Experten schließen.

Mehrere Firmen wie Google, Vodafone, BT gingen bereits auf Abstand zu Huawei-Produkten. "Huawei könnte über kurz oder lang aus dem westeuropäischen Markt verschwinden, wenn es den Zugang zu Google verliert", zeigte sich Analystin Linda Sui von Strategy Analytics überzeugt. Das Unternehmen werde aber vermutlich durch die Größe des heimischen Marktes überleben. Studien des Branchendienstes IDC zufolge hat Huawei am globalen Smartphone-Markt einen Anteil von 30 Prozent und lieferte 2018 rund 208 Millionen Smartphones aus. Die Hälfte davon ging in Länder außerhalb Chinas. Wichtigste Region ist nach Angaben von Huawei Europa.

Quelle: Apa/Dpa

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