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IG Metall droht mit Streiks im Streit mit Siemens

Im Streit um die Streichung Tausender Stellen und ganzer Standorte droht die IG Metall dem Siemens-Konzern nun mit Streiks. "Sollte der Vorstand bei seinen Plänen bleiben, werden wir mit den uns als Gewerkschaft zur Verfügung stehenden Mitteln weitermachen", sagte IG-Metall-Vorstandsmitglied Jürgen Kerner der "Süddeutschen Zeitung". Auch einen Streik "als letztes Mittel" schließt er nicht aus.

Am Montag zu Mittag wird in Berlin protestiert SN/APA (dpa)/Frank Rumpenhorst
Am Montag zu Mittag wird in Berlin protestiert

Am Montag zu Mittag wollen die Beschäftigten des Siemens-Gasturbinenwerkes in Berlin eine Menschenkette um ihren Betrieb bilden und diesen damit symbolisch "umarmen", wie die IG Metall mitteilte. Bürgermeister Michael Müller (SPD) werde sich in die Menschenkette einreihen und zu den Beschäftigten sprechen. Das Gasturbinenwerk und das von der Schließung bedrohte Dynamowerk seien Innovationsführer bei ihren Produkten. "Dafür, dass das auch in Zukunft so bleibt, kämpfen wir", erklärte Klaus Abel, erster Bevollmächtigter der IG Metall Berlin.

Siemens hatte am Donnerstag angekündigt, weltweit 6.900 Jobs zu streichen, davon 3.300 in Deutschland. Die Standorte Leipzig und Görlitz sollen ganz geschlossen werden. In der Kraftwerksprojektplanung sollen Offenbach und Wien mit Erlangen zusammengelegt werden. Man will sich auf Erlangen konzentrieren. In Wien werden 200 Stellen gestrichen.

Siemens begründet seine Abbaupläne vor allem in der Kraftwerkssparte mit einem "rasant zunehmenden Strukturwandel" bei der fossilen Stromerzeugung und im Rohstoffsektor. Der Konzern kündigte zugleich an, das die Stellenstreichungen "so sozialverträglich wie möglich" verlaufen sollen.

In Offenbach protestierten bereits am Freitag rund 600 Mitarbeiter des Münchner Industriekonzerns gegen die Kürzungspläne für die Kraftwerks-Sparte. Die größte Kundgebung fand am Freitag in Berlin statt. Dort versammelten sich vor der Siemens-Zentrale in Siemensstadt nach Angaben der Gewerkschaft mehr als 1.200 Mitarbeiter.

In Erfurt verließen einige hundert Mitarbeiter unter Pfiffen und Buhrufen eine Belegschaftsversammlung. Siemens will einen neuen Eigentümer für das Werk suchen, in dem zurzeit rund 500 Menschen arbeiten. Doch Arbeitnehmervertreter sind skeptisch, dass sich ein Käufer findet.

Quelle: Apa/Ag.

Aufgerufen am 19.12.2018 um 05:51 auf https://www.sn.at/wirtschaft/welt/ig-metall-droht-mit-streiks-im-streit-mit-siemens-20686405

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