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Italien: Genug Spielraum für kapitalschwache Institute

Die von der italienischen Regierung vorgesehenen 20 Milliarden Euro zur Stabilisierung von Geldinstituten reichen nach Ansicht der Zentralbank, um mehreren Unternehmen zu helfen. Mit dem Geld könnten nach Monte dei Paschi di Siena andere schwach aufgestellte Geldhäuser mit mehr Kapital ausgestattet werden, sagte Notenbankchef Ignazio Visco am Samstag. Einzelne Namen nannte er nicht.

Monte dei Paschi erhält Millionenspritze.  SN/APA (AFP)/GIUSEPPE CACACE
Monte dei Paschi erhält Millionenspritze.

Banker und Analysten gehen davon aus, dass die Banca Popolare di Vicenza, die Veneto Banca und Carige ihre Kapitalbasis stärken müssen. Die Regierung in Rom hat kürzlich beschlossen, Monte Paschi mit einer Milliardenspritze zu retten. Weil die 1472 gegründete Bank nicht genügend Geld bei privaten Investoren aufbringen konnte, wird damit gerechnet, dass die Regierung rund 6,6 Milliarden Euro zuschießen muss und dafür 70 Prozent übernimmt.

Auch Visco zufolge braucht Monte Paschi voraussichtlich ein Drittel der 20 Milliarden Euro. "Es gibt mehr als genug Raum, den Rekapitalisierungsbedarf von jeder anderen italienischen Bank anzugehen, die die in der Verordnung festgelegten Bedingungen erfüllt." Allerdings müssten die Banken auch zu den Verpflichtungen bereit sein. Die Institute könnten Umbaumaßnahmen nicht aufschieben. Die italienische Bankenbranche ächzt unter einem hohen Berg fauler Kredite sowie unter der Konjunkturflaute in dem hoch verschuldeten Land.

Quelle: Apa/Ag.

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