Wirtschaft

Italiener stürmen wegen des Ukraine-Kriegs die Supermärkte

Aus Sorge vor steigenden Lebensmittelpreisen und Knappheit bei Weizenprodukten haben Italiener in den letzten Tagen die Supermärkte mehrerer Städte gestürmt. In Neapel, in der Apenninen-Region Abruzzen und Sardinien standen in einigen Supermärkten die Regalen leer, nachdem Personen massenhaften Nudeln, Mehl, Konserven und andere haltbare Produkte eingekauft hatten.

Hamsterkäufe in Italien aus Angst vor Lebensmittelknappheit SN/APA/dpa/Oliver Berg
Hamsterkäufe in Italien aus Angst vor Lebensmittelknappheit

Der Ansturm auf die Supermärkte wurde von Berichten über Lieferungsengpässe bei Getreide aus Russland und der Ukraine angetrieben. Auch Berichte über einen möglichen Frächterstreik gegen die hohen Treibstoffpreise und eine damit verbundenen Lieferungsblockade sorgten für Hamsterkäufe.

Die Regale in den wichtigsten Supermärkten der sardischen Hauptstadt Cagliari waren leer, während an vielen Tankstellen der Treibstoff, insbesondere Diesel, ausging.

Für Montag ist ein Streik sardischer Frächter angekündigt: 450 Lkw-Fahrer wollen ihre Lastwagen vor den Häfen und Industriegebieten der Insel parken, um gegen die hohen Dieselpreise zu protestieren. Per Whatsapp war eine zweiwöchige komplette Lieferblockade angekündigt worden, was viele Menschen in Panik versetzte. Obwohl es sich um Falschinformationen handelte, löste dies Alarm unter der Bevölkerung aus. Ein italienweiter Frächterstreik gegen die hohen Treibstoffpreise ist am 19. März geplant.

Der Landwirtschaftsverband Coldiretti betonte, es gebe keinen Grund, Vorräte einzukaufen. Der Ansturm auf die Supermärkte berge das Risiko unnötiger Lebensmittelverschwendung. Die Gefahr sei, dass die Spekulation mit Lebensmitteln angeheizt werde und die Preise weiter steigen.

Der italienische Landwirtschaftsminister Stefano Patuanelli warnte am Sonntag vor unnötiger Besorgnis in Zusammenhang mit Lebensmittelknappheit. "Es besteht keinerlei Grund, die Regale der Supermärkte zu stürmen", so der Minister im Gespräch mit italienischen Medien.

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