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Justiz ermittelt gegen Monte-Paschi-Chef Viola

Der Chef der italienischen Krisenbank Monte dei Paschi di Siena, Fabrizio Viola, ist ins Visier der Justiz geraten. Gegen den Manager werde wegen des Verdachts der Bilanzfälschung und der Marktmanipulation im Zuge von Derivat-Geschäften ermittelt, hieß es am Donnerstag. Die gleichen Vorwürfe seien auch gegen Ex-Verwaltungsratschef Alessandro Profumo erhoben worden.

Justiz ermittelt gegen Monte-Paschi-Chef Viola SN/APA (AFP)/GIUSEPPE CACACE
Die Bank kommt nicht aus den Schlagzeilen.

Die Ermittlungen seien bereits 2015 in Siena aufgenommen worden und hätten fallengelassen werden können. Stattdessen seien sie im Juli an die Behörden in Mailand übergeben worden. Diese hätten nun 18 Monate Zeit zu entscheiden, ob sie Anklage erheben wollen.

Sprecher von Monte Paschi und Profumo erklärten, die Untersuchungen gingen auf zwei Aktionäre zurück, die die übrigen Eigner nicht von Entschädigungsforderungen an Viola und Profumo überzeugen konnten. Weil die Anzeige vorliege, müssten die Behörden aber per Gesetz ermitteln. Dabei geht es dem Insider zufolge um den Verdacht, dass zwei Derivate-Geschäfte zwischen 2011 und 2014 nicht korrekt verbucht wurden. Die Justizbehörden in Siena und Mailand waren zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Riskante Derivate-Handelsgeschäfte gehörten zu den Faktoren, die Monte Paschi schon vor Jahren in Schwierigkeiten brachten. Die 1472 gegründete Bank ächzt unter faulen Krediten und bemüht sich derzeit um eine rund fünf Milliarden Euro schwere Kapitalerhöhung, nachdem sie beim Stresstest der EU-Bankenaufseher so schwach abgeschnitten hatte wie kein anderes Institut in Europa.

Quelle: Apa/Ag.

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