Wirtschaft

Konjunktur-Flaute macht Superreiche ein kleines bisschen ärmer

Schwächelndes Wirtschaftswachstum und Handelskonflikte kosten die Reichsten der Welt einen kleinen Teil ihres Riesen-Vermögens. Auch deutsche Milliardäre spüren die Auswirkungen - und haben zusätzlich mit weiteren Problemen zu kämpfen.

 SN/robert ratzer

Die schwächelnde Konjunktur sowie internationale Handelskonflikte machen auch den Reichsten der Reichen zu schaffen: Erstmals in fünf Jahren schrumpft das Gesamtvermögen der Milliardäre rund um den Globus - auch die deutsche High Society hat etwas weniger Geld in der Tasche. Das geht aus Berechnungen der Beratungsgesellschaft PwC und der Schweizer Großbank UBS hervor, die am Freitag veröffentlicht wurden.

Das weltweite Gesamtvermögen der Milliardäre schrumpfte demnach 2018 um 4,3 Prozent auf 8,5 Billionen US-Dollar (Ende 2018: 7,43 Bio Euro). Im Jahr zuvor war mit 8,9 Billionen Dollar eine Rekordsumme erreicht worden. Auch die Zahl der Superreichen fiel von 2158 Männern und Frauen im Jahr 2017 auf nun 2101.

Zu schaffen machte den Milliardären laut dem Report unter anderem der Zollstreit zwischen den USA und China. Außerdem sind viele Superreiche Unternehmer und damit oft von Aufträgen ihrer Firmen abhängig, die unter der Konjunktureintrübung leiden.

Warum sich die Reichen nicht beklagen können

Langfristig betrachtet können sich die Reichsten der Welt aber kaum beklagen: Über die vergangenen fünf Jahre ist ihr Vermögen um mehr als ein Drittel gewachsen - auch dank des Börsen- und Immobilienbooms. Zum Vergleich: Die für 2018 berechnete Summe von 8,5 Billionen Dollar ist in Euro umgerechnet noch immer mehr als doppelt so hoch wie die gesamte Wirtschaftsleistung Deutschlands in einem ganzen Jahr (2018: knapp 3,4 Billionen Euro).

In Österreich stieg die Zahl der Milliardäre jedoch von acht auf neun. Anders als im internationalen Vergleich wuchs ihr Vermögen beträchtlich: um 12,5 Prozent auf ingsgesamt 44,6 Milliarden US-Dollar (40,4 Milliarden Euro), so die Ergebnisse des Reports.

In Deutschland - nach den USA und China das Land mit den meisten Milliardären der Welt - verkleinerte sich der Kreis der Superreichen um neun Mitglieder auf nun 114. Auch schrumpfte ihr Gesamtvermögen stärker als im internationalen Vergleich und betrug rund 501 Milliarden US-Dollar. Maximilian Kunkel, UBS-Chefanlagestratege, erklärt sich das so: Zum einen leide gerade das verarbeitende Gewerbe - etwa die Automobil- und Maschinenbaubranche - besonders unter dem Handelskonflikt zwischen den USA und China. "Und wir sehen auch, dass ein Großteil der Milliardäre in Deutschland von dem verarbeitenden Gewerbe abhängig ist und entsprechend hier besonders hart getroffen wurde."

Quelle: SN/Dpa

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