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Kurios: Nicht-EU-Staat San Marino gibt neue Euromünzen aus

San Marino ist einer von sechs Kleinstaaten in Europa. Der Zwergenstaat nahe von Rimini gilt als eines der wohlhabendsten Länder der Welt.

Symbolbild.  SN/www.BilderBox.com
Symbolbild.

Der Zwergenstaat San Marino gibt Ende Juni 1,7 Milionen neue Euro-Münzen aus. Es ist die älteste bestehende Republik der Welt. Das kleine Land ist vollständig von Italien umgeben, also eine Enklave. Es liegt wenige Kilometer westlich von Rimini nahe der Adriaküste.

San Marino ist kein Mitglied der Europäischen Union. Weil es aber zu klein für eine eigene Währung ist, hat es einen Sonderstatus, und der Euro ist seit 2002 die offizielle Währung. Früher benutzte man dort die Währungen Frankreichs, Spanien und Italiens. San Marino gilt als eines der wohlhabendsten Länder der Welt. Wichtigste Einnahmequelle ist der Tourismus, jährlich besuchen mehr als zwei Millionen Menschen den Zwergenstaat.

Das Design auf den neuen Münzen stammt von einem Illustratoren-Paar aus Bayern. Dass Vera und Arno Ludwig aus Gemünden am Main die neuen Münzen gestalten durften, verdanken sie einem Zufall. "Über einen Freund haben wir eine Suchanfrage bekommen, die San Marino beim Berufsverband der Deutschen Kommunikationsdesigner gestellt hatte. Und dann haben wir uns einfach beworben", erinnert sich Arno Ludwig. Gefragt wurde nach "jungen, modernen, talentierten und erfahrenen deutschen Münzdesignern". "Jung sind wir zwar nicht mehr, aber der Rest passte", sagt der 56-Jährige und schmunzelt.

Also haben Ludwig und seine Frau ein paar grobe Zeichnungen eingereicht. "Und die waren begeistert." Zunächst gestaltete das Künstlerpaar eine Gedenkmünze für San Marino. Wenig später wurden sie schließlich für die neuen Euromünzen angefragt, die am 26. Juni ausgegeben werden sollen.

Aber warum hat sich die Enklave nicht für einen lokalen Designer entschieden? "Münzen zu zeichnen, ist eine sehr schwierige und spezialisierte Arbeit. Das erfordert eine lange Ausbildung und viel Erfahrung", sagt Laila Benvenuti vom Amt für Briefmarken und Münzen des Finanzamtes von San Marino. Zwar gebe es in San Marino eine Design-Universität, aber eben keine Kurse für Münzgestaltung. Und auch in Italien gebe es nur eine Medaillenschule. "Arno wurde uns von unserem ehemaligen Präsidenten empfohlen. Und nun ist es eine sehr nette und wertvolle Zusammenarbeit geworden", sagt Benvenuti weiter.

Motive auf den Münzen standen früh fest

Schon früh stand fest, welche Motive den Weg auf die neuen Euromünzen finden werden - der heilige Marinus, die berühmten alten Wehrtürme des Zwergenstaats, die Fassade der Kirche, das Kloster San Francesco, die Kapuzinerkirche, das Stadttor und natürlich auch das Wappen der Republik. Und auf allen Münzen finden sich die Initialen von Arno Ludwig.

"Wir haben von Anfang an seinen Stil und die detaillierten Zeichnungen sehr geschätzt", heißt es weiter von offizieller Seite. Ludwig habe damit das "echte Bild von unserer Republik" auf die Münzen gebracht.

Ein Negativ-Rekord ist in aller Munde

Die Einwohner von San Marino heißen übrigens San-Marinesen. Das kleine Land nimmt auch regelmäßig am Eurovision Song Contest teil. Zudem ist es immer wieder in aller Munde, wenn die höchsten Siege der deutschen Fußballer unter Bundestrainer Joachim Löw aufgezählt werden. 2006 fuhren die Deutschen einen 13:0-Sieg gegen San Marino ein.

Quelle: Dpa

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