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Lebensmittel: Ungarn und Slowakei kritisieren Doppel-Standards

Den Streit um angebliche Qualitätsunterschiede zwischen den in Westeuropa und in den neuen EU-Ländern verkauften Lebensmitteln wollen Ungarn und die Slowakei nun auf EU-Ebene heben.

Einige Produkte sollen in Ungarn weniger gut sein.  SN/APA (AFP)/JUSTIN SULLIVAN
Einige Produkte sollen in Ungarn weniger gut sein.

Das ungarische Landwirtschaftsministerium will, dass auf der Sitzung des Agrar- und Fischereirats der EU am 6. März die rechtlichen Voraussetzungen für eine Abschaffung der "Doppelstandards" geschaffen werden.

Die EU-Kommission müsse eine rechtliche Lösung dafür finden, dass alle EU-Bürger die gleichen Produkte eines Herstellers in der gleichen Qualität bekommen, heißt es in einer Aussendung des ungarischen Landwirtschaftsministeriums vom Montag. Im Hintergrund der Initiative steht die Kritik an Lebensmittel-Produzenten, sie würden den Konsumenten in Osteuropa Markenprodukte mit erheblichen Qualitätsunterschieden zu den gleichen im Westen angebotenen Produkten verkaufen.

Das Thema müsse auf EU-Ebene geklärt werden, zitiert die ungarische Nachrichtenagentur MTI die Aussendung. Bisher gebe es in der EU nämlich keine Rechtsgrundlage, um wegen Qualitätsunterschieden bei Lebensmitteln gegen Großunternehmen vorzugehen. Die ungarische Regierung begrüßt auch die Initiative der Slowakei, nach der sich die vier Visegrad-Länder (Ungarn, Slowakei, Tschechien und Polen) schon bald bei einem eigenen Treffen mit der Frage befassen werden.

Auch Ungarn wolle nicht länger zusehen, wie multinationale Konzerne versuchen, den Ungarn "Lebensmittel-Müll" zu verkaufen, hatte Kanzleiminister Janos Lazar nach der Veröffentlichung eines Untersuchungsberichtes der Nationalen Lebensmittel-Aufsichtsbehörde (Nebih) kritisiert und vom größten Skandal der letzten Zeit gesprochen. Lazar hatte bereits 2016 erklärt, dass man diese "Multis am besten aus dem Lande werfen sollte", erinnert die Internetzeitung "Pester Lloyd". Ungarn brauche diese Handelsketten nicht, damit sie "den ganzen europäischen Müll ins Land holen", den man anderswo nicht los werde.

Die ungarische Lebensmittelbehörde hatte 24 Produkte aus ungarischen und österreichischen Läden verglichen und Unterschiede beim Geruch und der Zusammensetzung gefunden. Der Milchreis von "Landliebe" sei in Österreich "cremiger", die Marzipanschokolade von Ritter Sport "zarter" und Nutella schmecke im Westen "schokoladiger" als in Ungarn, die Knorr-Nudelsuppe aus dem Packerl enthalte doppelt so viele Fleischbällchen wie in Ungarn, die Manner-Schnitten seien "knuspriger". Der ungarische Markenverband bezeichnet den Bericht der Behörde als subjektiv. Die Unterschiede könnten wegen unterschiedlicher Lagerung, abweichender Verbrauchersitten oder durch die Verfallsdaten entstehen, heißt es in einer Aussendung. Die Hersteller wiederum beriefen sich hinsichtlich der Unterschiede auf lokale Traditionen und Geschmäcker.

Quelle: APA

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