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Lufthansa holt Brussels Airlines unter Eurowings-Dach

Die AUA-Mutter Lufthansa treibt den Ausbau ihres Billig-Ablegers Eurowings durch die Komplettübernahme von Brussels Airlines voran. Die belgische Fluglinie solle unter dem Dach von Eurowings sowohl ihre 23 Langstreckenziele als auch ihre 79 Destinationen im Europaverkehr weiterhin bedienen, teilte die Lufthansa am Donnerstag mit.

Lufthansa holt Brussels Airlines unter Eurowings-Dach SN/APA (AFP)/NICOLAS MAETERLINCK
Lufthansa-Chef Carsten Spohr mit der neuesten Erwerbung.

"Größe ist in unserer Branche wichtig", sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr. Die Marke "Brussels Airlines" werde bestehen bleiben. "Wir wollen den lokalen belgischen Touch behalten, aber die Vorteile einer großen Gruppe bieten."

Deutschlands größte Fluggesellschaft hält bereits 45 Prozent an den Belgiern und zieht nun eine Option, um auch die restlichen 55 Prozent der Anteile zu übernehmen. Der Preis für das noch ausstehende Aktienpaket beträgt 2,6 Mio. Euro. Die Lufthansa kommt mit dem Deal dem Ziel näher, Eurowings nach Ryanair und Easyjet zur drittgrößten Billig-Airline in Europa aufzubauen. Die Flottengröße soll sich im nächsten Jahr auf etwa 180 verdoppeln. Über die ganze Lufthansa-Gruppe steigt die Zahl der Flugzeuge mit der Akquisition auf 700. Die Expansion kommt allerdings bei einigen Lufthansa-Mitarbeitergruppen wie den Piloten nicht gut an - sie fürchten um unternehmensinterne Konkurrenz durch schlechter bezahlte Kollegen aus dem Ausland.

Brussels Airlines ist für die Deutschen interessant wegen der Europa-Beamten und Lobbyisten in Brüssel, die viel Geld für Flugtickets ausgeben. Jedoch seien Billigfluglinien in Brüssel sehr stark vertreten und erweiterten ihre Kapazitäten rasant, sagte Luftfahrt-Analystin Ruxandra Haradau-Döser vom Broker Kepler Chevreux. Allein Ryanair komme in der Stadt mittlerweile auf einen Anteil von 11,5 Prozent an den Flugkapazitäten. "Auch die starke Stellung von Brussels Airlines auf den Strecken nach Afrika ist problematisch." Das sei früher ein Wachstumsmarkt gewesen, doch zögen sich große Airlines von einigen Strecken in Ölförderländer wie Nigeria zurück. Grund sei der niedrige Ölpreis.

Die 3.500 Mitarbeiter der neuen Lufthansa-Tochter haben durch die Übernahme nach Aussagen der Kranich-Linie nichts zu befürchten. "Wir wollen keinen Jobabbau", sagte Spohr. Die belgische Fluglinie solle vielmehr eine neue Verbindung ins indische Mumbai bekommen. Allein durch diesen Flug mit einem Airbus A330 entstünden Hunderte von Jobs. Einsparungen zwischen den Fluglinien sollten hingegen an anderer Stelle erzielt werden, etwa im gemeinsamen Flugzeugeinkauf.

Quelle: Apa/Ag.

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