Wirtschaft

Lufthansa streicht wegen Buchungseinbruch rund 33.000 Flüge

Die AUA-Mutter Lufthansa streicht wegen sinkender Buchungszahlen in der wieder verschärften Coronapandemie Zigtausende von Flügen. "Ab Mitte Jänner bis Februar sehen wir einen scharfen Abriss in den Buchungen. Im Winterflugplan müssen wir daher im Konzern 33.000 Flüge oder rund zehn Prozent streichen", sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" laut einer Vorabmeldung vom Donnerstag.

Flieger müssen zum Teil am Boden bleiben SN/APA/dpa-Zentralbild/Soeren Stach
Flieger müssen zum Teil am Boden bleiben

Er warf der Europäischen Union vor, durch die Vorgaben zur Nutzung von Start- und Landerechten müsse die Lufthansa zu viele Flugzeuge abheben lassen. "Aufgrund der schwachen Nachfrage im Jänner hätten wir sogar noch deutlich mehr Flüge reduziert. Aber wir müssen im Winter 18.000 zusätzliche, unnötige Flüge durchführen, nur um unsere Start- und Lande-Rechte zu sichern."

Die EU-Kommission hat die ursprüngliche Slot-Regel, nach der eine Airline mindestens 80 Prozent der Zeitfenster nutzen muss, um sie zu behalten, bis Oktober 2022 abgemildert. Es muss eine Quote von 64 Prozent erfüllt sein.

Zum Höhepunkt der Coronakrise standen im vergangenen Jahr neun von zehn Fliegern der Lufthansa-Gruppe am Boden. Mittlerweile seien wieder 75 Prozent im Einsatz mit einem Angebot von 60 Prozent der Flüge des Vorkrisenniveaus von 2019, sagte Spohr weiter. Die Passagierzahl liege etwa bei der Hälfte. "Das Wichtigste ist für uns aber: Wir fliegen wieder fast alle Ziele an. Und seit dem Herbst sehen wir auch wieder deutlich mehr Geschäftsreisen." Dennoch werde das Geschäftsreisevolumen langfristig zehn Prozent unter dem von 2019 liegen. Im laufenden Jahr werde der Konzern das Ziel erreichen, den Verlust mindestens zu halbieren. "Aber das sind dann immer noch mehr als zwei Milliarden Euro Minus und damit der zweitgrößte Verlust unserer Unternehmensgeschichte. Das ist noch kein Anlass für Partys."

Der Lufthansa-Chef erklärte mit Blick auf Coronavorsichtsmaßnahmen, für den Luftverkehr wäre es "deutlich einfacher, wenn es so etwas wie eine globale Impfpflicht für Fluggäste gäbe." Das sei aber erst möglich, wenn die Bevölkerung weltweit Zugang zu ausreichendem Impfstoff habe. Die Maskenpflicht an Bord kontrolliere die Airline streng, auch wenn es nicht immer leicht sei. "Wir hatten gerade eine Delegation eines Regierungschefs an Bord, die wir ausladen mussten. Ein Regierungschef meinte, er müsse keine Maske tragen."

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