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Lufthansa und Piloten-Gewerkschaft vereinbaren Schlichtung

Streiks bei der AUA-Mutter Lufthansa und ihrer Billigtochter Eurowings wird es über Weihnachten nicht geben. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit und die Fluggesellschaft einigten sich in ihrem Tarifkonflikt um die Bezahlung der Piloten auf eine Schlichtung, wie beide Seiten am Freitag mitteilten.

Lufthansa-Tarifstreit schwelt seit Jahren.  SN/APA (dpa/Symbolbild)/Peter Kneff
Lufthansa-Tarifstreit schwelt seit Jahren.

Auch die Flugbegleiter bei Eurowings wollen über die Feier- und Ferientage nicht streiken, wie ein Sprecher der Gewerkschaft UFO sagte.

Im Streit um die Bezahlung der Piloten der Lufthansa gibt es nach Angabe von Cockpit-Sprecher Markus Wahl seit 2012 "keine Bewegung". Im November hatte die Pilotengewerkschaft die Lufthansa an sechs Tagen bestreikt; tausende Flüge fielen aus. Die Kosten bezifferte der Konzern auf rund 100 Millionen Euro.

Nun vereinbarten beide Seiten am Donnerstag in dem Streit um den Vergütungstarifvertrag eine Schlichtung. Ein Schlichter ist gefunden - beide Parteien vereinbarten aber Stillschweigen zur Person, "um einen ungestörten und effizienten Schlichtungsprozess zu gewährleisten", wie Lufthansa und Cockpit übereinstimmend mitteilten. In dieser Zeit herrscht Friedenspflicht, also Streikverbot.

Die Piloten und die Lufthansa streiten schon seit Jahren, und zwar derzeit über insgesamt acht Tarifverträge. Sie betreffen etwa die Übergangs- oder die Altersversorgung. Ein Streik wegen eines anderen Konflikts während einer Schlichtung ist aber eher unwahrscheinlich.

Bereits im Mai 2015 hatten sich Cockpit und Lufthansa auf eine Schlichtung geeinigt - die dann aber nicht zustande kam. Damals ging es um eine komplizierte Gesamtschlichtung; nach wochenlangen Sondierungen wurde diese wieder abgesagt. Als Schlichter war damals der ehemalige deutsche Finanzminister Theo Waigel (CSU) im Gespräch.

Auch die Flugbegleitergewerkschaft UFO will über die Weihnachtsfeiertage und -ferien nicht zu Arbeitsniederlegungen aufrufen. In der Nacht waren Gespräche von UFO mit Eurowings und der Konkurrenzgewerkschaft Verdi gescheitert. Ziel war ein gewerkschaftsübergreifenden Tarifvertrag für die laut UFO 2.500 bis 3.000 Flugbegleiter bei Eurowings.

UFO machte Verdi für den Abbruch der Gespräche verantwortlich: "Eine gemeinsame Lösung ist jetzt gescheitert, da Verdi eine letzte Einigungsempfehlung der anderen Parteien ausgeschlagen hat", erklärte Verhandlungsführerin Sylvia De La Cruz. Der Anfang Dezember vereinbarte Tarifvertrag von Verdi und Eurowings führe zu "Verschlechterungen bei den Arbeitsbedingungen", außerdem würden "essenzielle Themen" darin ausgeklammert. UFO wolle einen "besseren Vertrag" mit der Fluggesellschaft abschließen.

Die Gewerkschaft unterstellte, "dass Eurowings es darauf angelegt hat, mit der 'zahmeren' Verdi zu kooperieren". Es gehe darum, "UFO vom Tariftisch zu verdrängen". Die Gewerkschaft werde aber "mit den 'normalen' gewerkschaftlichen Mitteln" die Ziele der Eurowings-Mitarbeiter weiter verfolgen. Dazu gehören auch Streiks. In dem Tarifkonflikt bei Eurowings hatten in den vergangenen Wochen sowohl Verdi als auch UFO Arbeitsniederlegungen organisiert.

Quelle: Apa/Ag.

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