Wirtschaft

Millionenschweres Bieten um VW-Werk

Wegen der türkischen Militäroffensive in Syrien hat der Volkswagen Konzern seine Pläne für ein neues Werk in der Türkei auf Eis gelegt. Jetzt bringen sich Bulgarien und Rumänien ins Spiel - und locken mit Millionen-Subventionen.

Rumänien und Bulgarien wollen Standort für ein neues VW-Werk sein. SN/APA (dpa)/Julian Stratenschulte
Rumänien und Bulgarien wollen Standort für ein neues VW-Werk sein.

Bulgarien will dem Volkswagen-Konzern (VW) mehr Geld im Wettstreit mit der Türkei anbieten. Um sich den Zuschlag für das neue Werk zu sichern, ist das Land bereit, die von ihm angebotenen Subventionen zu verdoppeln.

"Wir haben einen Weg gefunden, dem Volkswagen-Konzern statt 135 Millionen Euro 250 bis 260 Millionen Euro anzubieten", sagte der ehemalige Staatschef Rossen Plewneliew der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Er ist gegenwärtig der Präsident des bulgarischen Automobilclusters in Sofia.

VW sei ein entsprechendes Angebot unterbreitet worden, eine Antwort stehe noch aus, ergänzte er. Rechne man die Infrastruktur hinzu, etwa die Anbindung an die Schiene, an die Autobahn und die U-Bahn, biete Sofia 800 Millionen Euro an, damit sich VW für Bulgarien statt für die Türkei entscheide. Der bulgarische Autopräsident versicherte, dass die Beihilfen mit der EU-Kommission abgesprochen seien. Die Türkei indes habe sich über die Regeln hinweggesetzt.

Auch Rumänien bringt sich ins Spiel

Auch Rumänien hat Interesse, Standort für das neue Werk zu werden. "Wir haben neue Gespräche mit dem Volkswagen-Konzern angestoßen", zitierte die rumänische Tageszeitung "Ziarul Financiar" Handelsminister Stefan Radu Oprea.

Rumänien verfüge über "sehr gute" technische Voraussetzungen und habe kein Problem, Arbeitskräfte zu bekommen. In Rumänien wird bereits der zu Renault gehörende Dacia produziert.

Volkswagen hat angesichts der Militäroffensive der Türkei in Nordsyrien den Beschluss für eine neue Fabrik nahe Izmir verschoben. "Die Entscheidung für das neue Werk wurde vom Vorstand der Volkswagen AG vertagt", teilte ein Konzernsprecher am Dienstag mit. Das Unternehmen beobachte die gegenwärtige Lage sorgfältig und blicke mit Sorge auf die derzeitige Entwicklung. Zuvor hieß es lange Zeit, dass man in finalen Verhandlungen sei.

Quelle: Apa/Reuters

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