Wirtschaft

Österreichs Wirtschaft soll heuer um 2,9 Prozent wachsen

Österreichs Wirtschaft wird nach einer Prognose der EU-Kommission heuer weiter wachsen. Für 2018 erwartet die Brüsseler Behörde einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 2,9 Prozent in Österreich, für 2019 dann 2,3 Prozent. Für die Eurozone rechnet die Kommission mit einem Wachstum von 2,3 Prozent, nächstes Jahr dann von 2,0 Prozent. 2017 wuchs die heimische Wirtschaft um 3,1 Prozent.

EU-Kommission präsentierte Prognose SN/APA (Archiv/dpa)/Federico Gambar
EU-Kommission präsentierte Prognose

Damit war das Wachstum der österreichischen Wirtschaft 2017 doppelt so stark wie 2016 (1,5 Prozent). Das ist deutlich mehr als die Kommission noch im Herbst (2,6 Prozent) prognostiziert hatte.

Auch die gesamte Eurozone liegt in ihren Wirtschaftsaussichten über den Prognosen der EU-Kommission vom November. Doch fällt der Unterschied nicht so stark wie im Falle Österreichs aus: In ihrer aktuellen Winterprognose geht die EU-Kommission für die Eurozone heuer von einem Plus von 2,3 Prozent und 2019 von 2,0 Prozent aus. Im Herbst hatte sie 2,1 Prozent bzw. 1,9 Prozent für den Euroraum vorhergesagt. Auch das Wachstum für 2017 wurde für die Eurozone "nur" von 2,2 Prozent auf 2,4 Prozent nach oben korrigiert.

"Österreich hat klar vom verstärkten Welthandel und zusätzlicher Nachfrage aus den Nachbarländern profitiert", schreibt die EU-Kommission in ihrer Winterprognose. Nach einem moderaten Wachstum der österreichischen Ausfuhren von 1,9 Prozent im Jahr 2016, hätten sich die Exporte 2017 ersten Schätzungen zufolge um mehr als 5 Prozent erhöht. Auch die Importe nach Österreich hätten deutlich zugelegt. "Das Wachstum war vor allem durch Inlandsnachfrage angetrieben, mit starken Investitionen, vor allem in den Bereichen Maschinenbau, Infrastruktur und Bauwesen." Der private Konsum sei auch stark gewesen, nicht zuletzt wegen der Steuerreform von 2016.

2018 und 2019 werden nach Einschätzung der EU-Kommission die Investitionen weiter das Wachstum befeuern, aber in etwas geringerem Ausmaß als 2017. Der private Konsum dürfte wegen guter Arbeitsmarktbedingungen und erwarteter niedriger Arbeitslosenraten stabil bleiben. Die Exporte hingegen würden vor dem Hintergrund solider Aussichten für den Welthandel weiter robust wachsen, aber die Wachstumsrate werde erwartungsgemäß in den beiden Jahren 2018 und 2019 etwas moderater als im Vorjahr ausfallen.

Die Inflationsrate (HICP) in Österreich ist 2017 nach Schätzung der EU-Kommission auf 2,2 Prozent angestiegen - 2016 hatte die Teuerung nur 1,0 Prozent betragen. Die jüngste Entwicklung führt die EU-Kommission nicht nur auf den Anstieg des Ölpreises, sondern auch auf die Teuerung bei Industriegütern, Restaurants, Hotels, Flugtickets und Mieten zurück. Die Inflationsrate wird sich in Österreich nach der aktuellen Winterprognose heuer bei 2,1 Prozent und 2019 bei 1,9 Prozent einpendeln. Für die gesamte Eurozone erwartet die EU-Kommission heuer eine gegenüber 2017 unveränderte Teuerungsrate von 1,5 Prozent und einen leichten Anstieg auf 1,6 Prozent im nächsten Jahr.

In der gesamten EU sind die Volkswirtschaften im Jahr 2017 so schnell gewachsen wie seit zehn Jahren nicht. Mit einer geschätzten Steigerung von 2,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) "übertrifft die europäische Wirtschaft alle Erwartungen und dürfte bis ins nächste Jahr hinein robust wachsen", erklärte EU-Kommissions-Vize Valdis Dombrovskis.

Wegen der günstigen Wachstumsaussichten für die europäische Wirtschaft erwartet die Kommission auch einen Rückgang der Arbeitslosigkeit in Europa. Die Zahl der Arbeitssuchenden sei derzeit noch hoch. Der Rückgang werde langsam erfolgen, nötig sei ein dauerhaftes Wirtschaftswachstum, wie EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici erklärte.

(APA)

Aufgerufen am 21.05.2018 um 11:20 auf https://www.sn.at/wirtschaft/welt/oesterreichs-wirtschaft-soll-heuer-um-2-9-prozent-wachsen-23935027

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