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Offenbar keine Beteiligung zwischen Lufthansa und Etihad

Der AUA-Mutterkonzern Lufthansa und die arabische Fluglinie Etihad führen einem Konzerninsider zufolge derzeit keine Verhandlungen über eine Beteiligung. "Finanzbeteiligungen zwischen den Fluglinien sind derzeit ausgeschlossen", sagte eine mit den Lufthansa-Planungen vertraute Person am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Die Aktien der Kranich-Airline grenzten daraufhin ihre Gewinne ein.

Lufthansa spricht von "Spekulationen".  SN/apa
Lufthansa spricht von "Spekulationen".

Zuvor hatte die italienische Zeitung "Il Messaggero" ohne Angabe von Quellen berichtet, dass sich Air-Berlin-Geldgeber Etihad über eine Kapitalerhöhung mit 30 Prozent bis 40 Prozent an der Lufthansa beteiligen wollte. Von Etihad aus dem Golfemirat Abu Dhabi war keine Stellungnahme zu erhalten. Eine Lufthansa-Sprecherin bezeichnete den Bericht als Spekulation und wollte sich darüber hinaus nicht äußern.

Die Papiere der größten deutschen Fluggesellschaft schossen nach dem Bericht gut sieben Prozent auf 12,15 Euro in die Höhe und waren damit Spitzenreiter im Leitindex Dax. Die Lufthansa ist an der Börse knapp 6 Mrd. Euro wert.

Die angeblichen Verhandlungen wären nicht die erste Annäherung zwischen der Kranich-Airline und dem Newcomer Etihad. Vorigen Monat wurden bereits einige Gemeinschaftsflüge vereinbart. Der Pakt ist erstaunlich, da die Frankfurter lange Zeit zu den größten Kritikern von Etihad, Emirates und Qatar Airways zählten. Kern des Vorwurfs: Das Trio könne nur dank finanzieller Unterstützung durch die ölreichen Heimatstaaten so schnell expandieren.

Doch die Blockadehaltung ist für die Lufthansa Branchenkennern zufolge zum strategischen Nachteil geworden. Etihad und Co. haben es mittlerweile nämlich geschafft, sich dank neuer Flugzeuge und niedriger Kosten fest im weltweiten Flugverkehr zu etablieren. Prominentes Beispiel: Der zweitgrößte Golf-Flieger Qatar Airways kaufte 20 Prozent der Aktien an der British Airways/Iberia-Holding IAG und besiegelte damit eine strategische Partnerschaft.

Angesprochen auf Übernahmemöglichkeiten in der Luftfahrtbranche hatten Lufthansa-Manager in den vergangenen Wochen betont, dass sie derzeit schon genug zu tun hätten. Jüngste Projekte sind die Komplettübernahme von Brussels Airlines und die Integration von 38 Fliegern von Air Berlin.

Experten geben einem Schulterschluss mit Etihad keine großen Chancen, da laut Gesetz die Aktienmehrheit von EU-Fluglinien innerhalb des Staatenbundes verbleiben muss. Ansonsten verfallen die wichtigen Flugrechte. Und eine große Hürde sei die schwer angeschlagene Alitalia, sagte Luftfahrt-Analyst Neil Glynn von der Bank Credit Suisse. Etihad dürfte versuchen, die Beteiligung von 49 Prozent an Alitalia bei der Lufthansa unterzubringen. Die vielen Probleme bei Alitalia dürften für die Deutschen aber deutlich schwerer wiegen als die Vorteile, sagte er.

Bei der Lufthansa gibt es jedoch auch Manager, die einer Expansion nach Süden viel abgewinnen können. Insbesondere Norditalien ist ein wichtiger Markt für die größte deutsche Fluglinie. Eine feste Präsenz dort ist aus Sicht einiger Konzernkenner elementar. Doch der jüngste Versuch scheiterte: Die Lufthansa zog beim 2009 gegründeten Italien-Ableger nach zwei Jahren wegen hoher Verluste den Stecker.

Quelle: Apa/Ag.

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