Wirtschaft

"OPEC+" einigt sich auf weitere Öl-Förderkürzung

Nach ersten Beratungen am Donnerstag steht bereits eine Kürzung um weitere 500.000 Barrel pro Tag im Raum, das wären 0,5 Prozent der weltweiten Ölproduktion.

Ölförderung soll um 500.000 Barrel pro Tag gedrosselt werden SN/APA (AFP)/SAMIR TOUNSI
Ölförderung soll um 500.000 Barrel pro Tag gedrosselt werden

Die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) und die zehn mit ihr kooperierenden Staaten ("OPEC+") diskutieren am Freitag in Wien über eine weitere Beschränkung ihrer Ölproduktion. Nach ersten Beratungen am Donnerstag war bereits eine Kürzung um weitere 500.000 Barrel (159 Liter) Öl pro Tag im Gespräch - das entspricht etwa 0,5 Prozent der weltweiten Ölproduktion.

Nennenswerte Auswirkungen auf den Ölpreis muss der Schritt aber nicht haben, da die 24 Staaten der so genannten OPEC+-Runde schon jetzt weniger Öl produzieren, als bisher vereinbart war.

In den Gesprächen am Donnerstag hat sich die OPEC nach zähen Verhandlungen offenbar bereits auf eine gemeinsame Strategie geeinigt. "Ja, wir haben eine Vereinbarung", erklärte der iranische Ölminister Bidschan Namdar Sanganeh nach einer sechs Stunden langen Sitzung der 14 OPEC-Länder in Wien. Wie die Einigung aussieht, erklärte Sanganeh ebenso wenig wie die übrigen Verhandler.

Eine kolportierte Kürzung der Fördermenge um 0,5 Prozent entspricht einer Empfehlung eines OPEC-Gremiums zur Marktüberwachung, wie der russische Energieminister Alexander Nowak verriet. Welche Folgen das auf den Öl- und damit auch auf den Benzinpreis - und ob überhaupt - haben wird, darüber sind sich auch Experten nicht einig.

Denn unabhängig von einer Kürzung der Fördermenge sinkt die Nachfrage nach Erdöl. Die Internationale Energieagentur geht davon aus, dass im ersten Halbjahr 2020 rund 28,3 Millionen Barrel OPEC-Öl täglich nachgefragt werden. Dem steht eine aktuelle Ölfördermenge der OPEC von zuletzt 29,7 Millionen Barrel Öl täglich gegenüber.

Die "OPEC+" versucht seit Anfang 2017, den Ölmarkt mit Förderlimits zu beeinflussen. Im Dezember 2018 beschlossen die 24 Staaten, zu denen auch die beiden Schwergewichte Saudi-Arabien und Russland gehören, ihre Produktion im Vergleich zu Oktober 2018 um 1,2 Millionen Barrel Öl pro Tag zu kürzen. Diese Vereinbarung gilt noch bis Ende März.

Der Ölpreis ist seit Beginn des Jahres leicht gestiegen. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete am Donnerstag mehr als 63 Dollar (knapp 57 Euro) - im Vergleich zu rund 57 Dollar Anfang Jänner. Im Oktober wurden weltweit nach Angaben der OPEC insgesamt 99,3 Millionen Barrel Öl pro Tag aus dem Boden gepumpt, rund ein Drittel davon durch die 14 OPEC-Staaten.

Quelle: Apa/Dpa

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