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Piloten verhandeln wieder mit der Lufthansa

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) kehrt im Tarifstreit mit der AUA-Mutter Lufthansa an den Verhandlungstisch zurück. Man habe das konkretisierte Angebot zur Vergütung der Piloten analysiert und wolle nächste Woche mit der Lufthansa darüber beraten, erklärte VC am Freitag. Thema sei dabei auch eine mögliche Schlichtung. Bis zum Abschluss der Beratungen werde nicht mehr gestreikt.

Piloten verhandeln wieder mit der Lufthansa SN/APA (Archiv/dpa)/Uwe Anspach
Piloten verzichten vorerst auf Streiks.

Die Streiks der Piloten im November hatten der AUA-Mutter rund 100 Mio. Euro gekostet. Dies werde das Ergebnis des Konzerns im vierten Quartal belasten, teilte Lufthansa am Freitag mit. Die Fluggesellschaft musste an sechs Streiktagen rund 4.500 Flüge streichen. Betroffen waren mehr als eine halbe Million Passagiere.

Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit hatte nach gescheiterten Verhandlungen über die Vergütung der Piloten der Lufthansa, der Frachttochter Lufthansa Cargo und der Billigtochter Germanwings im November zu Streiks im Kerngeschäft der Airline aufgerufen. Nach der am 30. November ausgelaufenen Streikwelle hatten Lufthansa und VC sondiert, ob sie wieder in Verhandlungen einsteigen können. Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte sich in einem großen Treffen den Fragen und der Kritik der Piloten gestellt.

Personalchefin Bettina Volkens hatte den Piloten Ende November ein verbessertes Angebot unterbreitet. Die Airline bietet darin eine Erhöhung der Bezüge in zwei Stufen um insgesamt 4,4 Prozent und zusätzlich eine Einmalzahlung von 1,8 Monatsgehältern an. Dieses Angebot ist nicht wie das vorherige Offert an weitere Bedingungen zum Beispiel in der Altersversorgung geknüpft. Die Piloten hatten für einen Fünfjahreszeitraum 22 Prozent höhere Gehälter verlangt.

Der Tarifstreit zwischen Lufthansa und Cockpit dauert schon seit Jahren an. 2014 und 2015 liefen laut dem Konzern bereits Kosten in Höhe von 351 Mio. Euro durch Pilotenstreiks auf.

Die österreichische Lufthansa-Tochter AUA beförderte unterdessen im November mehr als 870.000 Passagiere, um 10,9 Prozent mehr als im gleichen Monat des Vorjahres. Allerdings war ein Teil der Zunahme auch auf den Streik bei der Mutter Lufthansa zurückzuführen, bei dem die AUA mit größeren Flugzeugen auf den Flügen von und nach Deutschland ausgeholfen hat.

Quelle: Apa/Dpa/Ag.

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