Wirtschaft

Pläne für Großfusion von US-Rüstungs- und Luftfahrtgiganten

In der US-Rüstungs- und Luftfahrtbranche bahnt sich eine Großfusion an: Die beiden Konzerne Raytheon und United Technologies gaben am Sonntag Pläne für einen Zusammenschluss bekannt. Die Fusion durch Aktientausch solle im ersten Halbjahr 2020 abgeschlossen werden. Der Zusammenschluss werde "die Zukunft der Luftfahrt und der Verteidigung definieren", erklärte United-Technologies-Chef Gregory Hayes.

Geplant ist ein Zusammenschluss in der Rüstungs- und Luftfahrtbranche SN/APA (AFP)/JIM WATSON/NOVA SAFO
Geplant ist ein Zusammenschluss in der Rüstungs- und Luftfahrtbranche

US-Präsident Donald Trump äußerte sich zunächst skeptisch zu dem Plan. "Ich bin etwas besorgt wegen United Technologies und Raytheon", sagte Trump am Montag im US-Sender CNBC. Der US-Präsident warf die Frage auf, ob die Fusion zu weniger Wettbewerb führen und es für die US-Regierung schwieriger machen könnte, Rüstungsverträge zu verhandeln. "Es sind zwei großartige Unternehmen, ich liebe sie beide." Aber er wolle nichts sehen, was "unserem Wettbewerb" schadet.

Die Unternehmen wollen ihren Zusammenschluss in der ersten Hälfte des kommenden Jahres abschließen. "Die Kombination von United Technologies und Raytheon wird die Zukunft von Luftfahrt und Verteidigung bestimmen", verkündete Hayes. Die Dimension wäre enorm: An der Börse ist United Technologies derzeit 114 Mrd. Dollar und Raytheon 52 Mrd. Dollar wert.

Allerdings wird United Technologies zwei große Tochterfirmen nicht in die Fusion einbringen. Das Industriekonglomerat hatte bereits im November angekündigt, sich in drei separate Unternehmen aufzuspalten. Während die Aufzugsparte Otis und der Klimaanlagenbauer Carrier auf eigene Füße gestellt werden, soll das Luft- und Raumfahrtgeschäft mit dem zugekauften Rivalen Rockwell Collins und dem Triebwerkbauer Pratt & Whitney zum Kern des mit Raytheon fusionierenden Konzerns werden.

Die neue Gesellschaft, an der United Technologies mit 57 Prozent die Mehrheit übernimmt, dürfte es dennoch auf einen Börsenwert von rund 120 Mrd. Dollar bringen. Leiten wird das neue Unternehmen, das Raytheon Technologies Corporation heißt, United-Technologies-Chef Hayes. Die Aufsichtsgremien beider Konzerne haben dem Zusammenschluss laut der gemeinsamen Mitteilung bereits zugestimmt. Raytheon-Chef Tom Kennedy sprach von "enormen Chancen für unseren zukünftigen Erfolg".

Der Rüstungskonzern Raytheon ist vor allem für sein Patriot-Raketensystem und die Tomahawk-Marschflugkörper bekannt. United Technologies gehört mit seinen Pratt-and-Whitney-Motoren, die bei Militärflugzeugen und zivilen Maschinen verwendet werden, zu den Großakteuren der Luftfahrt.

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