Wirtschaft

Politiker und Firmenchefs fordern grünere Wirtschaft

Zahlreiche europäische Politiker, Firmenchefs und Aktivisten fordern für die Zeit nach der Coronakrise verstärkte Investitionen in umweltfreundlichere Bereiche. Solche "Green Investments", die das Klima schonten und die Artenvielfalt förderten, würden die Volkswirtschaften stärker machen als sie vor der Krise waren, erläuterten sie am Dienstag.

"Nach der Krise wird die Zeit zum Wiederaufbau kommen", heißt es in einer von 180 Ministern, EU-Abgeordneten, Managern, Gewerkschaftern, Nicht-Regierungsorganisationen und Experten unterzeichneten Erklärung. "Der Umbau zu einer klimaneutralen Wirtschaft, der Schutz der Artenvielfalt und die Umgestaltung der Agrar- und Lebensmittelindustrie bieten die Möglichkeit zum schnellen Aufbau von Jobs und Wachstum - und können dazu beitragen, Gesellschaften widerstandsfähiger zu machen."

Die Erklärung entstand den Angaben zufolge auf Initiative von Pascal Canfin, dem Vorsitzenden des Umweltausschusses des Europa-Parlaments. Unterzeichnet ist sie von Ministern aus elf EU-Ländern, darunter aus Österreich, Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Portugal und Schweden. Dazu kommen 79 EU-Abgeordnete und Chefs oder ranghohe Manager unter anderem vom österreichischen Versorger Verbund, E.ON, Covestro, L'Oreal, Ikea, Danone, Coca-Cola, H&M, Volvo, Microsoft und Renault.

Der Wiederaufbau der Wirtschaft biete die Möglichkeit, ein neues Wohlstandsmodell zu entwickeln, heißt es in der Erklärung. Dazu müsse es massive Investitionen in ein neues europäisches Wirtschaftsmodell geben. Dieses müsse produktiver, umfassender und widerstandsfähiger sein als das bisherige. Die Werkzeuge und viele der neuen Technologien dazu gebe es bereits.

Schließlich habe es in vielen Bereichen in den vergangenen zehn Jahren schon enorme Veränderungen gegeben. So seien Elektroautos damals allenfalls als Prototypen verfügbar gewesen, Windenergie sei dreimal und Solarenergie siebenmal so teuer gewesen wie heute. Der politische Wille zu solchen Veränderungen sei vorhanden und es gebe auch Pläne und Strategien. Das zeige etwa das Vorhaben der EU (Green Deal"), bis 2050 klimaneutral zu werden.

Nun müsse Europa für die Zukunft aufgestellt werde. Dazu benötige es Anstrengungen auf lokaler, nationaler und EU-Ebene.

Quelle: Apa/Ag.

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