Wirtschaft

PSA strotzt vor der Fusion mit Fiat Chrysler vor Kraft

Der französische Autobauer PSA strotzt vor der Fusion mit Fiat Chrysler vor Kraft. Trotz weltweit schwacher Konjunktur und hausgemachten Problemen in China war der Opel-Mutterkonzern im abgelaufenen Jahr profitabel wie nie. Die bereinigte operative Rendite im Autogeschäft kletterte um fast einen ganzen Prozentpunkt auf den Rekordwert von 8,5 Prozent, wie PSA am Mittwoch mitteilte.

Französische Autobauer PSA trotzt weltweiter schwacher Konjunktur SN/APA (dpa/Archiv)/Arne Dedert
Französische Autobauer PSA trotzt weltweiter schwacher Konjunktur

Damit hebt sich Peugeot von vielen Konkurrenten ab, die schlechter abschneiden. Den kriselnden Lokalrivalen Renault hat Peugeot regelrecht abgehängt. "Basierend auf unserem Geschäftsmodell und unserem Kampfgeist, der sich als effizient erwiesen hat, freuen wir uns darauf, mit der geplanten Fusion mit FCA eine neue Ära einzuleiten", sagte Konzernchef Carlos Tavares in Paris.

Kampfgeist dürfte nach Ansicht von Experten auch nötig sein, um den geplanten Zusammenschluss zum weltweit viertgrößten Autobauer trotz schwächelnder Konjunktur und der Risiken durch die Coronakrise über die Bühne zu bringen. Tavares betonte jedoch, er sehe keine Notwendigkeit für eine Restrukturierung nach der Fusion. Beide Konzerne seien in guter Verfassung. 2020 erwartet PSA einen Rückgang der Autonachfrage auf seinem Hauptmarkt in Europa um drei Prozent, in Russland um zwei Prozent. Die Ausbreitung des Coronavirus außerhalb Chinas erschwere eine Prognose, sagte Finanzvorstand Philippe de Rovira. Das Ziel einer durchschnittlichen operativen Rendite von mehr als 4,5 Prozent für den Zeitraum 2019 bis 2021 bekräftigte er. Zusammen wollen PSA und Fiat Chrysler die Kosten für neue umweltschonende Antriebe und neue Technologien stemmen, um die schärferen Klimavorgaben der EU zu erfüllen.

Der Portugiese Tavares war 2014 an die Spitze des damals vor dem Aus stehenden französischen Konzerns gerückt und hatte ihn binnen weniger Jahre mit einem harten Sparkurs in die Erfolgsspur gebracht. Drei Jahre später übernahm PSA Opel und sanierte die deutsche Traditionsmarke und ihre britische Schwester Vauxhall ebenfalls binnen kurzer Zeit. "Opel ist ein fantastischer Erfolg", sagte Tavares. Die Früchte fährt PSA nun ein: Dank Einsparungen erzielte Opel im vergangenen Jahr eine bereinigte operative Rendite von 6,5 Prozent. Den Reingewinn steigerte der PSA-Konzern um 13,2 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro. Daraus soll den Aktionären eine um mehr als die Hälfte aufgestockte Dividende von 1,23 Euro je Anteilsschein zufließen.

Der Konzernumsatz kletterte um ein Prozent auf 74,7 Milliarden Euro, obwohl der Konzern mit Marken wie Peugeot, Citroen, DS und Opel deutlich weniger Fahrzeuge auslieferte als im Vorjahr. Das gelang vor allem durch den Verkauf profitablerer Stadtgeländewagen wie dem SUV C5 Aircross von Citroen. Den Absatzrückgang begründete Finanzchef Rovira mit dem Rückzug aus dem Iran-Geschäft, dem Einbruch der Verkäufe in China und der schwachen Nachfrage in Argentinien. Dank des besseren Produktmixes machte PSA auch Belastungen durch Währungsschwankungen wett. Größte Baustelle ist das China-Geschäft, wo Peugeot wegen eines Absatzeinbruchs Verluste und Abschreibungen von insgesamt 700 Millionen Euro verbuchte. Als Konsequenz zieht sich PSA nun aus dem Gemeinschaftsunternehmen mit Chongqing Changan Automobile zurück.

Quelle: Apa/Ag.

Aufgerufen am 22.09.2020 um 07:49 auf https://www.sn.at/wirtschaft/welt/psa-strotzt-vor-der-fusion-mit-fiat-chrysler-vor-kraft-84030797

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