Wirtschaft

Ratingagenturen warnen vor Wirtschaftsrisiken durch Omikron

Die Omikron-Mutante des Coronavirus könnte nach Ansicht der Ratingagenturen Moody's und Fitch die globalen Wachstumsaussichten beeinträchtigen und die Preise in die Höhe treiben. "Die Omikron-Variante birgt Risiken für das globale Wachstum und die Inflation, insbesondere da sie in einer Zeit auftritt, in der die Versorgungsketten bereits überlastet sind, die Inflation steigt und es auf dem Arbeitsmarkt zu Engpässen kommt", erklärt Elena Duggar von Moody's gegenüber Reuters.

Powell macht sich Sorgen um die US-Wirtschaft wegen Omikron SN/APA/GETTY IMAGES NORTH AMERICA/A
Powell macht sich Sorgen um die US-Wirtschaft wegen Omikron

Die Agentur Fitch erklärt, dass "ein weiterer globaler Abschwung, wie er in der ersten Hälfte des Jahres 2020 zu beobachten war, sehr unwahrscheinlich ist, aber der Anstieg der Inflation wird makroökonomische Reaktionen erschweren, wenn die neue Variante sich durchsetzt".

Für die US-Wirtschaft sieht Notenbankchef Jerome Powell durch die Omikron-Variante des Coronavirus Risiken. "Der jüngste Anstieg der Covid-19-Fälle und das Auftauchen der Omikron-Variante bringen Risiken für den Arbeitsmarkt und die Konjunkturerholung sowie eine erhöhte Unsicherheit in puncto Inflation mit sich", erklärte Powell. Die derzeit hohe Inflation könnte seiner Einschätzung nach länger als ursprünglich erwartet andauern.

Powell äußerte sich in einer am Montag veröffentlichten Stellungnahme am Tag vor seinem Erscheinen vom einem Bankenausschuss des US-Senats. Zunehmende Sorgen hinsichtlich des Virus könnten die Arbeitsbereitschaft der Menschen verringern, was letztlich die Lieferkettenprobleme in vielen Teilen der Wirtschaft verstärken könnte. Zu möglichen Konsequenzen für die Geldpolitik äußerte sich der Fed-Chef nicht.

Angesichts der voranschreitenden wirtschaftlichen Erholung von der Coronakrise hatte die Fed erst Anfang November eine Reduzierung ihrer konjunkturstützenden Wertpapierkäufe im derzeitigen Volumen von 120 Milliarden Dollar (106,28 Mrd. Euro) pro Monat um 15 Milliarden Dollar (13,28 Mrd. Euro) angekündigt. Mit dem Programm pumpt die Fed zusätzliches Geld in die Finanzmärkte, um die Kreditzinsen niedrig zu halten und die Wirtschaft anzukurbeln.

Sollte die neue Virusvariante eine Gefahr für die laufende konjunkturelle Erholung darstellen und die Pandemie perspektivisch verlängern, könnte die Fed womöglich ihren Tapering-Kurs - also das Zurückfahren der Anleihekäufe - überdenken, erklärte Analyst Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets.

Im kommenden Jahr dürfte sich der starke Preisauftrieb wieder verlangsamen und die Nachfrage dürfte in ein besseres Gleichgewicht kommen, sagte Powell in seiner im Voraus veröffentlichten Rede, die er am Dienstag vor dem Senats-Ausschuss halten will. Powell versprach, dass die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) zu ihrem Preisstabilitätsziel stehe. Die Zentralbank werde die Konjunktur und den Arbeitsmarkt unterstützen sowie eine Preisspirale verhindern. Die Inflation ist so hoch wie seit drei Jahrzehnten nicht mehr. An den Märkten wird damit gerechnet, dass unter der Führung Powells im Juni 2022 die Zinswende eingeleitet wird. Dann könnte der geldpolitische Schlüsselsatz um einen Viertel Prozentpunkt angehoben werden. Derzeit wird er in einer Spanne von null bis 0,25 Prozent gehalten.

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