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Renault bildet keine Rückstellungen für Dieselaffäre

Der wie Volkswagen durch eine Dieselaffäre ins Visier der Justiz geratene französische Autobauer Renault hat keine Rückstellungen für mögliche Strafzahlungen gebildet.

Renault präsentierte die Zahlen für 2016.  SN/APA (AFP)/ERIC PIERMONT
Renault präsentierte die Zahlen für 2016.

"Wir sind sehr zuversichtlich, wir haben nicht geschummelt", sagte Finanzdirektorin Clotilde Delbos am Freitag. VW hat im Zusammenhang mit dem Abgasskandal Rückstellungen in Milliardenhöhe gebildet.

Delbos betonte bei der Vorstellung der Jahreszahlen für 2016, der Fall sei bei Renault ganz anders gelagert. "Was unserem deutschen Kollegen Kosten verursacht, sind vor allem die USA." Bei Renault handle es sich in erster Linie um eine französische Angelegenheit.

Der Konzern habe zudem noch keinerlei Kenntnisse über den Stand der Ermittlungen. "Um irgendetwas zurückstellen zu können, muss man eine Schätzung der Kosten und eine ausreichende Wahrscheinlichkeit des Ereignisses haben", sagte Delbos am Renault-Sitz in Boulogne-Billancourt bei Paris.

Im Zuge des VW-Skandals sind auch französische Autobauer in Verdacht geraten, bei Abgaswerten zu schummeln. Nach Ermittlungen der französischen Generaldirektion für Wettbewerb, Verbraucher und Betrugsbekämpfung (DGCCRF) haben Untersuchungsrichter den Fall Renault übernommen.

Ins Visier der Justiz ist auch der Konkurrent PSA Peugeot Citroën geraten: Das französische Wirtschaftsministerium teilte am Donnerstag mit, dass die DGCCRF das Ergebnis ihrer Untersuchung zu PSA inzwischen ebenfalls der Justiz übergeben habe.

Renault konnte am Freitag mit guten Zahlen für das vergangene Jahr aufwarten: Der Gewinn stieg 2016 im Vergleich zum Vorjahr um fast 20 Prozent auf 3,54 Mrd. Euro. Der Umsatz legte um rund 13 Prozent auf 51,2 Mrd. Euro zu.

Quelle: Apa/Ag.

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