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Renditehunger treibt Anleger in Dividenden- und riskante Hedgefonds

In der anhaltenden Niedrigzinsphase setzten Privatanleger zunehmend auf Dividendenfonds.

Symbolbild SN/bilderbox.com
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Die wieder steigenden Preise fressen die Sparguthaben zunehmend auf. Weil die eh schon mickrigen Zinsen - unter Berücksichtigung der Inflation - noch weiter schrumpfen dürften, suchen Anleger nach mehr oder weniger riskanten Alternativen. Bereits seit längerer Zeit in aller Munde sind zum Beispiel Dividendenfonds. Was viele lockt ist die Aussicht auf Teilhabe am immer größer werdenden Renditekuchen der Konzerne: "Auch in diesem Jahr werden die Investoren wieder großzügig an den Gewinnen der Unternehmen beteiligt", sagt Analyst der Deutsche Michael Bissinger von der DZ Bank.

Bissinger erwartet, dass die Gewinnausschüttungen der in den großen deutschen Indizes Dax, MDax und TecDax gelisteten Unternehmen um rund 10 Prozent auf fast 43 Milliarden Euro steigen - ein neuer Rekordwert. Auch weltweit steht den Anlegern ein Geldregen bevor, da die Konzerne wohl vom Anziehen der Konjunktur in den Industrie- und Schwellenländern profitieren sollten. Zumindest ist die Hoffnung groß, dass der neue US-Präsident Donald Trump mit niedrigeren Steuern und höheren Infrastrukturausgaben auch für einen globalen Aufschwung sorgt.

Doch schon seit Jahren rennen die Anleger den Anbietern globaler Dividendenfonds die Türen ein. So sind denjenigen Häusern, die solche Produkte in Europa aufgelegt haben, laut Berechnungen des Analysehauses Morningstar zwischen 2011 und 2016 jährlich zwischen knapp 1 und rund 13 Milliarden Euro zugeflossen. Allerdings seien Dividendenfonds "keine Eier legenden Wollmilchsäue", sagt Morningstar-Analyst Ali Masarwah. Weil diese Produkte mitunter stark schwankende Aktien enthalten, seien sie in Zeiten extrem niedriger Zinsen definitiv keine Zinsalternative.

Langfristig jedoch kann Sparen mit Dividendenfonds durchaus Sinn machen - vor allem dann, wenn die Anleger auf jährliche Ausschüttungen verzichten und sich stattdessen für eine Wiederanlage der Dividenden entscheiden. Nur dann komme der Zinseszinseffekt voll zum Tragen, sagt Masarwah. Das vom Sparbuch bekannte Phänomen ist gerade auf lange Sicht nicht zu unterschätzen, weil sich das Anlagevermögen im Zeitablauf immer schneller vermehrt.

Risikofreudigere Anleger können derweil seit einigen Jahren fast wie die Profis zocken - und zwar mit entschärften Hedgefonds. Deren bisweilen als "Heuschrecken" bezeichnete Manager genießen einen zweifelhaften Ruf. So hatte der US-Investor George Soros 1992 mit Wetten gegen das britische Pfund das gesamte Europäische Währungssystem erschüttert. Doch im regulatorischen Mantel eines Publikumsfonds erscheinen sie offenbar immer mehr Privatanlegern attraktiv: Die Anzahl der in Deutschland zugelassenen Fonds hat sich nach Angaben des Analysehauses Scope in den vergangenen fünf Jahren auf fast 700 verdoppelt.

Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hält von solchen Produkten gar nichts. Man könne Märkte nicht auf Wochen- oder Monatsbasis voraussagen - doch genau das machten die Manager der "Hedgefonds light", wenn sie schnell Wetten auf die Entwicklung zum Beispiel der Aktien-, Zins- oder Währungsmärkte eingehen und dafür eventuell auch noch Kredite aufnehmen. Entsprechend riskant seien solche Strategien - ganz abgesehen davon, dass die Kreditkosten und die hohen laufenden Managementkosten die Rendite schmälerten.

Die Expertin Anika Kohl des Verbraucherportals Finanztip rät derweil weder zu Dividenden- noch zu abgespeckten Hedgefonds. Wer auskömmliche Renditen erreichen wolle, solle sein Geld lieber mindestens 10, besser 15 Jahre lang in günstige und breit gestreute Indexfonds stecken. Wer etwa in der Vergangenheit 15 beliebige Jahre in den Weltaktienindex MSCI World investiert habe, könne sich im Schnitt pro Jahr über 7,7 Prozent Rendite vor Steuern freuen.

Quelle: Dpa

Aufgerufen am 21.09.2018 um 12:16 auf https://www.sn.at/wirtschaft/welt/renditehunger-treibt-anleger-in-dividenden-und-riskante-hedgefonds-355798

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