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Rettung von Monte Paschi kostet Italien 6,6 Milliarden Euro

Die Rettung der Krisenbank Monte dei Paschi di Siena kostet den italienischen Staat nach Schätzungen der Notenbank rund 6,6 Milliarden Euro. Die Banca d'Italia bezifferte am Donnerstagabend erstmals offiziell den Aufwand. 4,6 Milliarden davon müsse der Staat unmittelbar in die Bank einschießen, 2 Milliarden Euro werde später die Entschädigung der rund 40.000 Privatanleger kosten.

Die EU gibt grünes Licht für die Entschuldung der Bank. SN/APA (AFP/Archiv)/GIUSEPPE CACACE
Die EU gibt grünes Licht für die Entschuldung der Bank.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Kapitalbedarf der drittgrößten Bank des Landes auf rund 8,8 Milliarden Euro taxiert - mehr als Monte Paschi selbst geschätzt hatte. Wie von der EU vorgeschrieben, müssen an der Rettung auch die Anleger beteiligt werden - mit 2,2 Milliarden Euro. Etwa so viel hatte der Tausch von Anleihen in neue Aktien des Instituts gebracht.

Nach italienischen Zeitungsberichten vom Freitag will Monte Paschi im nächsten Jahr rund 15 Milliarden Euro Fremdkapital aufnehmen, um wieder flüssig zu sein und das Vertrauen der Anleger wiederherzustellen. Laut "La Repubblica" sollen Anleihen und Geldmarktpapiere emittiert werden, ein Drittel Kürzläufer, der Rest dreijährige Papiere. Der italienische Staat werde dafür Garantien geben. Die EU-Kommission hatte die Genehmigung für staatliche Liquiditätshilfen für Monte Paschi und andere Banken am Donnerstag um sechs Monate gebilligt. Sie stünden im Einklang mit den EU-Regularien, hieß es in der Mitteilung. Die geplante Kapitalspritze für die älteste Bank der Welt muss aber davon getrennt geprüft werden.

Die EU verlangt, dass Staatshilfen für Banken nicht gegeben werden dürfen, ohne dass zuvor die privaten Gläubiger zur Kasse gebeten werden. Monte Paschi hatte diese aufgefordert, ihre Nachranganleihen in neue Aktien zu tauschen - ein Risiko. Dabei kamen 2,3 Milliarden Euro herein. Kleinanleger, denen die Bank massenhaft Anleihen verkauft hatte, sollen aber vom Staat entschädigt werden. Er will ihnen die Aktien wieder abkaufen und dafür erstrangige Anleihen ausgeben.

Die Regierung in Rom hat einen 20 Milliarden Euro schweren Fonds zur Stabilisierung des Bankensektors eingerichtet. Dieser soll zunächst zur Rettung von Monte Paschi verwendet werden. Angesichts der Probleme des Bankhauses aus Siena sind Zweifel aufgekommen, ob die Summe noch für andere angeschlagene Häuser reichen wird. Italien hatte die Sanierung der Branche über Jahre verschleppt. So türmte sich ein mehrere hundert Milliarden Euro schwerer Berg fauler Kredite in den Büchern auf.

(Apa/Ag.)

Aufgerufen am 13.12.2017 um 10:00 auf https://www.sn.at/wirtschaft/welt/rettung-von-monte-paschi-kostet-italien-6-6-milliarden-euro-570856

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