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Roms Bürgermeisterin verzichtet auf neue U-Bahn-Strecken

In den vergangenen Jahren habe die mit der Planung für den Bau neuer U-Bahn-Linien zuständige Gesellschaft Millionen verschlungen.

Roms Bürgermeisterin verzichtet auf neue U-Bahn-Strecken SN/APA (AFP)/TIZIANA FABI
Raggi sind die Kosten zu hoch.

Nach der Rücknahme der Kandidatur für die Olympischen Sommerspiele 2024 verzichtet Rom auch auf neue U-Bahn-Strecken. Die römische Bürgermeisterin Virginia Raggi gab die Auflösung der für die Entwicklung des U-Bahn-Netzes in der italienischen Hauptstadt zuständigen Gesellschaft "Roma Metropolitane" bekannt. Die öffentliche Gesellschaft habe ihre Arbeit nicht gemacht, erklärte die Bürgermeisterin.

In den vergangenen Jahren habe die mit der Planung für den Bau neuer U-Bahn-Linien zuständige Gesellschaft Millionen verschlungen, ohne dass sich das öffentliche Verkehrssystem in Rom verbessert habe, erklärte Raggi am Samstag ihren Schritt. 178 Mitarbeiter beschäftigt die Gesellschaft "Roma Metropolitane", die jetzt ihren Job verlieren.

Ins Visier der Bürgermeisterin geriet die Planung der U-Bahn-Linie C, die das Stadtviertel Prati im Osten der Hauptstadt über die zentrale Piazza Venezia und das Kolosseum bis zur Lateranbasilika hätte verbinden sollen. 25 Kilometer und 30 U-Bahn-Stationen waren ursprünglich geplant. Bisher wurden lediglich 19 Kilometer gebaut, dafür wurden bereits 3,7 Milliarden Euro ausgegeben. "Madrids U-Bahn-Linie hat 30 Millionen Euro pro Kilometer gekostet. Die U-Bahn-Linie C hat bisher 135,2 Millionen pro Kilometer verschlungen", kritisierte Raggi, die im Juni als Spitzenkandidatin der Protestbewegung "Fünf Sterne" zur ersten Bürgermeisterin Roms gewählt wurde.

Die 38-jährige Raggi, die mit dem Wahlversprechen einer transparenten Stadtverwaltung die Wahlen mit überwältigender Mehrheit gewonnen hatte, erklärte, dass die 19 Kilometer lange U-Bahnlinie 2021 eingeweiht werden soll. Erst danach soll beschlossen werden, ob die Linie verlängert wird. "Wir werden genau darauf achten, dass es weder zu Verschwendungen, noch zu Verspätungen kommt", versicherte Raggi.

Für ihren Beschluss erntete die Fünf Sterne-Bürgermeisterin Kritik seitens des italienischen Premiers Matteo Renzi. Dieser hatte Raggi ohnehin schon wegen des Vetos gegen die Olympischen Spiele scharf kritisiert. "Es ist undenkbar, in Italien große Infrastrukturprojekte aus Angst vor Korruption oder Verschwendung zu stoppen. Man muss dafür sorgen, dass es nicht zu Verbrechen kommt", kritisierte Renzi.

Quelle: APA

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