Wirtschaft

Ryanair streicht Freitag rund 400 Flüge wegen Pilotenstreiks

Der irische Billigflieger Ryanair streicht wegen des Pilotenstreiks am Freitag in ganz Europa rund 400 Flüge. In Deutschland fallen 250 Flüge aus. Alle deutschen Flughäfen bis auf Baden-Baden seien betroffen, teilte Ryanair mit. Von den Streiks seien in Deutschland rund 42.000 Kunden betroffen. Die niederländischen Ryanair-Piloten schließen sich indes den Streiks ihrer Kollegen an.

Rund 42.000 Kunden dürften betroffen sein SN/APA (dpa)/Thomas Frey
Rund 42.000 Kunden dürften betroffen sein

Diese könnten kostenfrei umbuchen oder ihr Geld zurückbekommen, sagte Ryanair-Marketing-Chef Kenny Jacobs. Zuvor hatte sich die deutsche Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) den ebenfalls für Freitag geplanten Streiks in Irland, Belgien und Schweden angeschlossen.

Beim Laudamotion-Mutterkonzern Ryanair sei kein konstruktiver Wille zu einer Einigung erkennbar, begründete VC-Präsident Martin Locher in einer Pressekonferenz in Frankfurt den Schritt. Betroffen vom Streik der deutschen Piloten sind alle Verbindungen des Billigfliegers, die zwischen Freitagfrüh um 03:01 Uhr und Samstagfrüh um 02:59 Uhr aus Deutschland abfliegen sollen.

Die Vereinigung Cockpit, bereits kampferprobt in Konflikten mit der AUA-Mutter Lufthansa, verhandelt seit Anfang Jänner mit Ryanair. Ihr Ziel ist es, erstmals einen Tarifvertrag bei Ryanair abzuschließen und eine bessere Bezahlung durchzusetzen. Nach den fehlenden Fortschritten bei den Verhandlungen hatten sich in einer Urabstimmung 96 Prozent der befragten Gewerkschaftsmitglieder für einen Arbeitskampf ausgesprochen.

Die Gewerkschaft hatte Ryanair eine letzte Frist bis zum vergangenen Montag gesetzt, ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen. Die Ryanair-Geschäftsführung habe sich in einem Schreiben an die Gewerkschaft aber darauf beschränkt, die aus ihrer Sicht maßgeblichen Verhandlungspositionen zu wiederholen und zusammenzufassen, erklärte die Vereinigung Cockpit.

Ryanair beschäftigt in Deutschland rund 400 Piloten - einige davon als selbstständige Piloten. Die Vereinigung Cockpit hat sich bisher nicht dazu geäußert, wie viele davon bei der Gewerkschaft organisiert sind. Ein erster Warnstreik der deutschen Ryanair-Piloten kurz vor Weihnachten war verpufft, kein Flug fiel aus.

Die niederländischen Piloten des Billigfliegers Ryanair schließen sich indes am Freitag den Streiks ihrer Kollegen in anderen europäischen Ländern an. Die Pilotengewerkschaft VNV kündigte am Mittwoch an, die in den Niederlanden ansässigen Piloten würden am 10. August für 24 Stunden ihre Arbeit niederlegen.

"Dieser europäische Pilotenstreik sollte ein Weckruf für das Ryanair-Management sein", erklärte die Gewerkschaft. Zuvor hatte die VNV erklärt, dass die Fluggesellschaft in den Niederlanden ein Verbot etwaiger Arbeitskampfmaßnahmen anstrebe. Ryanair wolle vor Gericht eine einstweilige Verfügung erwirken, "um Streiks seiner Piloten in der Sommersaison zu verhindern". Die VNV zeigte sich von dem Schritt "überrascht" und "wütend". Das sei ein "Angriff auf das niederländische Streikrecht".

Außer in Deutschland und den Niederlanden wollen am Freitag auch die Ryanair-Piloten in Belgien, Schweden und Irland streiken. Die Piloten fordern bessere Arbeitsbedingungen bei dem Billigflieger. Ryanair setzt auf die umstrittene Praxis, sogenannte selbstständige Piloten einzusetzen. Diese sind nicht bei Ryanair angestellt. Ryanair nutzt diese umstrittene Praxis, um die Personalkosten im Vergleich mit der Konkurrenz niedrig zu halten.

Quelle: Apa/Ag.

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