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Schockbilder: Deutsche kauften weniger Zigaretten

Nach der Einführung von Schockfotos und größeren Warnhinweisen auf Zigarettenschachteln ist der Absatz von Tabakwaren in Deutschland deutlich gesunken.

Schockbilder: Deutsche kauften weniger Zigaretten SN/APA (epa)/OLIVIER HOSLET
Schockbilder auf Zigarettenpakcungen sind seit einigen Monaten in der EU vorgeschrieben.

Im dritten Quartal wurden 11,3 Prozent weniger Zigaretten versteuert als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden berichtete. Auch der Absatz von Zigarren und Zigarillos sowie die Menge des versteuerten Feinschnitts zum Selbstdrehen gingen zurück.

Die Statistiker erklärten den Rückgang mit der Verschärfung der Warnhinweise infolge der EU-Tabakrichtlinie, die in Deutschland seit dem 20. Mai gilt. Hersteller müssen daher ihre Produktion umstellen. Im ersten Quartal hatten sie noch kräftig Ware nach den alten Bestimmungen produziert, weil diese noch ein Jahr lang weiter verkauft werden darf.

Insgesamt wurden im dritten Quartal in Deutschland bundesweit Tabakwaren im Verkaufswert von 6,3 Mrd. Euro versteuert. Das waren 10,9 Prozent weniger als im Vorjahr.

Auch Österreichs Trafikanten erwarten Rückgänge

In Österreich kämpfen die Trafikanten ebenfalls mit Rückgängen. Noch seien keine Umsatzeinbrüche zu bemerken, aber auf lange Sicht werden sich die Schockbilder auf den Zigarettenpackungen nicht positiv auswirken, erklärten Branchenvertreter vor einigen Wochen bei der diesjährigen Fachmesse der Trafikanten in Salzburg gegenüber den SN.

"Die Rahmenbedingungen sind schwierig", hatte Josef Prirschl, Bundesgremialobmann der Trafikanten, betont. Er meinte damit auch das generelle Rauchverbot in der Gastronomie, das ab 2018 in Kraft treten wird. "Wir befürchten einen Umsatzrückgang von sieben bis zehn Prozent."

Mit den Schockbildern hat sich allerdings auch ein neues Produkt für die Trafikanten etabliert, bei dem teilweise sogar Lieferschwierigkeiten bestehen: Metallhüllen für Zigarettenpackungen, die laut Trafikanten vor allem von Frauen gekauft werden. Die Einnahmen aus der Tabaksteuer in Österreich sind seit 2010 von 1,5 auf 1,77 Milliarden (2015) gestiegen.

Der Zigarettenpreis setzt sich so zusammen: 77 Prozent sind Verbrauchs- und Umsatzsteuer, elf Prozent die Spanne von Industrie und Großhandel und zwölf Prozent beträgt die Spanne für die Trafikanten.

Jedes Jahr sterben in Österreich nach Expertenschätzungen 11.000 bis 14.000 Menschen an den Folgen des Rauchens.

Quelle: SN, Apa, Dpa

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