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Streiks in Großbritannien - Post, Bahn, Flugzeug

Kurz vor Weihnachten ärgern sich viele Briten über eine Streikwelle in ihrem Land.

Briten wenig begeistert von Streikwelle vor Weihnachten.  SN/APA (AFP)/DANIEL LEAL-OLIVAS
Briten wenig begeistert von Streikwelle vor Weihnachten.

Wer in den nächsten Tagen Bahn oder Flugzeug nutzen oder Weihnachtspost verschicken will, muss mit Problemen rechnen. Ein Regierungssprecher in London erteilte am Montag Forderungen nach einem Streikverbot über die Festtage eine Absage.

Bei der Fluggesellschaft British Airways will ein Teil des Kabinenpersonals am ersten und zweiten Weihnachtstag streiken. Nach Angaben der Gewerkschaft Unite Union ist der Unmut über eine zu geringe Bezahlung der Grund für die geplanten Arbeitsniederlegungen.

Viele Mitarbeiter müssten Nebenjobs annehmen, um über die Runden zu kommen. British Airways sprach von einer "herzlosen Aktion" zu den Festtagen. Das Unternehmen wolle sicherstellen, dass alle Fluggäste ihre Ziele erreichten und das Weihnachtsfest nicht ruiniert werde.

Mehr als 1.500 Mitarbeiter der Firma Swissport könnten am Freitag und Samstag in einen Ausstand an 18 britischen Flughäfen gehen. Ein Bahnstreik bei Southern Railways soll noch mindestens bis diesen Dienstag gehen. Bei der Post wird unter anderem auch an Weihnachten gestreikt. Daran beteiligt seien etwa 3.000 Angestellte in Hunderten Filialen der Crown Post, wie die Gewerkschaft CWU mitteilte.

Einige tausend Beschäftigte der Post in Großbritannien sind am Montag in den Streik getreten und wollen bis mindestens Freitag durchhalten. Rund 3.500 Mitglieder der Gewerkschaft CWU (Communication Workers Union) legten die Arbeit nieder, um gegen Stellenstreichungen und Änderungen in der betrieblichen Altersvorsorge zu protestieren, 1.000 Briefträger könnten sich dem Streik anschließen.

Die seit 2013 privatisierte Royal Mail versicherte dennoch, der Streik in der Vorweihnachtszeit werde keinerlei Auswirkungen für die Kunden haben.

Streiks ab Montag angekündigt hat auch die Gewerkschaft RMT (Rail, Maritime and Transport) beim Bahnunternehmen Southern Railway; bei British Airways haben fast 2.000 Flugbegleiter und damit rund 15 Prozent des Kabinenpersonals für Arbeitsniederlegungen an den Weihnachtsfeiertagen gestimmt. Am Montag wollte die Geschäftsführung über eine Beilegung des Konflikts verhandeln.

In Großbritannien ist die Zahl der Streiktage in diesem Jahr um rund ein Drittel gestiegen: Das Statistikamt zählte 304.000 Streiktage 2016, gegenüber 205.000 im vergangenen Jahr. Die Konservativen von Regierungschefin Theresa May haben bereits gefordert, zumindest Streiks bei Verkehrsunternehmen verbieten zu können. Die Zeitung "Guardian" zitierte am Montag aber aus Regierungskreisen, Tarifkonflikte seien nur durch Verhandlungen zu lösen.

Quelle: Apa/Dpa

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