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UniCredit im Vorjahr mit 11,8 Mrd. Euro Verlust

Die Bank Austria-Mutter UniCredit hat das Vorjahr mit einem Verlust von 11,8 Mrd. Euro abgeschlossen, nach 1,7 Mrd. Euro Gewinn im Jahr davor. Verantwortlich für den starken Verlust sind Abschreibungen auf faule Kredite und Rückstellungen in Höhe von 13,1 Mrd. Euro, ohne die die Bank das Jahr mit einem Gewinn von 1,3 Mrd. Euro abgeschlossen hätte. Die Risikovorsorge belief sich auf 9,6 Mrd. Euro.

Unicredit-Zentrale in Mailand.  SN/APA (AFP)/GIUSEPPE CACACE
Unicredit-Zentrale in Mailand.

Die operativen Erträge der Bank gingen im Vorjahr leicht um 0,3 Prozent auf 18,8 Mrd. Euro zurück. Die operativen Kosten stiegen gleichzeitig um 1,5 Prozent auf 12,5 Mrd. Euro. Vor Wertberichtigungen und Abschreibungen verblieb ein operatives Ergebnis von 6,3 Mrd. Euro, ein Minus von 3,8 Prozent.

Abschreibungen und Wertberichtigungen stiegen im Vorjahr von 4,0 auf 12,2 Mrd. Euro, sodass sich netto ein operativer Verlust von 5,9 Mrd. Euro ergab. 2015 hatte die UniCredit noch einen operativen Gewinn von 2,6 Mrd. Euro geschrieben.

Die Integrationskosten - darunter auch für die Österreich-Tochter Bank Austria - verfünffachten sich von 0,4 auf 2,1 Mrd. Euro. Zusammen mit anderen ebenfalls gestiegenen Kosten und Verlusten ergab sich ein Vorsteuerverlust von 11,0 Mrd. Euro. 2015 wurde noch ein Vorsteuergewinn von 749 Mio. Euro ausgewiesen.

Die Zahl der Mitarbeiter wurde konzernweit um 7.851 auf 117.659 reduziert, die Zahl der Filialen ging um 713 auf 6.221 zurück.

Mit diesen Zahlen konnte die UniCredit per Jahresende die aufsichtsrechtlichen Kapitalerfordernisse "vorübergehend" nicht mehr erfüllen. Erst mit der jetzt geplanten Kapitalerhöhung um über 13 Mrd. Euro wird die Kernkapitalquote (CET1 ratio fully loaded) von 7,54 Prozent wieder auf 11,15 Prozent steigen. Bis 2019 werde eine Kernkapitalquote von über 12,5 Prozent angestrebt, bestätigte das italienische Bankhaus am Donnerstag. Die Bank bestätigte heute auch alle anderen im Entwicklungsplan bis 2019 enthaltene Ziele.

"2016 war ein entscheidendes Jahr für UniCredit. Wir haben mehrere einschneidende Initiativen zur Bewältigung des negativen Erbens der Vergangenheit ergriffen", so CEO Jean-Pierre Mustier. Ziel sei es jetzt, UniCredit als gesamteuropäische Bank zu konsolidieren. "Wir arbeiten an der Umsetzung des Entwicklungsplans und haben bereits beträchtliche Resultate in punkto operative Effizienz erreicht", so der seit Juli amtierende CEO.

Mustier unterstrich die Bedeutung des am Samstag erreichten Abkommens mit den Gewerkschaften für den Jobabbau. 3.900 Jobs fallen in Italien dem Sparstift zum Opfer. 1.300 Neuanstellungen sind geplant. 2016 habe die Bank in Westeuropa 273 Filialen geschlossen. Dies seien 29 Prozent der bis 2019 geplanten Filialschließungen.

Seit Montag läuft UniCredits Kapitalerhöhung im Wert von über 13 Mrd. Euro. Es handelt sich um die größte Kapitalerhöhung in der Geschichte Italiens. Mustier will damit den Abbau der notleidenden Kredite finanzieren und das Institut konsolidieren. Er zeigte sich überzeugt, dass die bis zum 10. März laufende Kapitalerhöhung erfolgreich sein werde.

Quelle: APA

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