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UniCredit will 13 Milliarden Euro frisches Kapital

Die Bank Austria-Mutter UniCredit plant im ersten Quartal 2017 eine Kapitalerhöhung im Wert von 13 Milliarden Euro. Die größte Kapitalerhöhung in der italienischen Wirtschafts-Geschichte soll bei einer Aktionärsversammlung am 12. Jänner verabschiedet werden. Zudem plant die Bank die Trennung von notleidenden Krediten im Wert von 17,7 Mrd. Euro, wie aus dem neuen Geschäftsplan der Bank hervor geht.

UniCredit will 13 Milliarden Euro frisches Kapital SN/apa

Der Mailänder Bankkonzern will fast so viel Geld aufnehmen, wie er an der Börse wert ist, dort sind es 15 Mrd. Euro. In diesem Jahr allein hat UniCredit die Hälfte ihres Marktwertes verloren. Nun sollen zehn Aktien zu einer zusammengelegt werden.

Auch die Kosten müssen weiter sinken: UniCredit plant die Kürzung von zusätzlichen 6.500 Arbeitsplätze. Bis 2019 sollen 14.000 Jobs wegrationalisiert werden. Konzernchef Jean Pier Mustier sprach am Dienstag in London von einem strikten Kostenmanagement.

Für das heurige vierte Quartal stellte die Bank den Markt auf hohe Sonderbelastungen ein. Die Neuaufstellung wird im laufenden Vierteljahr mehr als zwölf Mrd. Euro kosten.

Nach dem weiteren Sparprogramm will die UniCredit in drei Jahren hochprofitabel sein. Die Bank rechnet mit Gewinnen in Höhe von 4,7 Mrd. Euro ab 2019. Ab diesem Jahr will das Geldhaus seine Ausgaben um 1,7 Mrd. Euro pro Jahr reduzieren. Dem Vorhaben fallen aber weitere tausende Jobs zum Opfer.

UniCredit will auch ihr Board umstrukturieren und von 17 auf 15 Mitglieder verkleinern. Damit will man sich den Standards großer europäischer Banken anpassen und die Effizienz des Aufsichtsrats steigern, berichtete der CEO der Bank, Jean-Pierre Mustier.

Auch Risiken werden reduziert. Zum Abbau notleidender Kredite hat UniCredit zwei getrennte Abkommen mit der Gesellschaften Fortress und der Allianz-Fondstochter Pimco abgeschlossen. Diese Finanzhäuser planen die Gründung eines neuen "abgesicherten" Vehikels, das italienische notleidende Kredite im Wert von 17,7 Mrd. Euro aufkaufen wird. Dies geht aus dem am Dienstag vorgestellten neuen Geschäftsplan hervor. An der Einheit wird UniCredit nur eine Minderheitsbeteiligung halten.

UniCredit-Vorstandschef Mustier bezeichnete seinen in London vorgestellten Plan als pragmatisch und umsichtig. Er enthalte "konkrete und umsetzbare Ziele". Der Konzern könne damit die Ausgaben unter Kontrolle halten.

Eine Dividende wird es für 2016 nicht geben. Heuer fallen im Zuge des Konzernumbaues und nach weiteren Kreditabschreibungen teure Sonderkosten an.

In Mittel- und Osteuropa peilt der Konzern organisches Wachstum an. Mit 1. Oktober hat die Bank Austria die jahrelang von Wien aus gesteuerte Osteuropabankensparte an die Konzernmutter UniCredit abgegeben. Ende Oktober wurde die ukrainische Ukrsotsbank verkauft. Mit dem Verkauf eines großen Teils der Polen-Tochter Pekao verschafft sich der Mailänder Konzern in den nächsten Monaten weiter Luft. Einen Rückzug aus den Bankaktivitäten in der Türkei oder in Russland schloss Mustier aus.

Angesprochen auf kürzlich aufgeflammte Marktspekulationen um Fusionsgespräche etwa mit der französischen Großbank Societe Generale verwies Mustier auf das geplante organische Wachstum. Man spreche mit niemandem.

Quelle: APA

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