Wirtschaft

US-Wirtschaft wuchs zu Jahresbeginn langsamer als gedacht

Die US-Wirtschaft ist im ersten Quartal einen Tick langsamer gewachsen als bisher angenommen. Zwischen Jänner und März legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) mit einer aufs Jahr hochgerechneten Rate von 3,1 Prozent zu, wie das Handelsministerium am Donnerstag mitteilte. Eine erste Schätzung hatte noch 3,2 Prozent ergeben. Ende 2018 hatte es lediglich zu 2,2 Prozent gereicht.

Die US-Wirtschaft wächst langsamer SN/APA (AFP)/TIMOTHY A. CLARY
Die US-Wirtschaft wächst langsamer

In den USA werden Wachstumszahlen anders als in europäischen Staaten ausgewiesen und auf das Jahr hochgerechnet. Sie geben an, wie stark die Wirtschaft wachsen würde, wenn das Wachstumstempo ein Jahr lang anhielte. Wachstumszahlen aus den USA und Europa sind daher nicht unmittelbar miteinander vergleichbar.

Getragen wurde die Konjunktur zu Jahresbeginn vor allem von steigenden Exporten, höheren Staatsausgaben und einem kräftigen Lageraufbau. Dagegen legte der private Konsum - der für mehr als zwei Drittel des BIP steht - mit 1,3 Prozent nur noch gut halb so stark zu wie zuvor.

Die meisten Experten gehen davon aus, dass die weltgrößte Volkswirtschaft im laufenden Frühjahrsquartal deutlich langsamer wachsen wird. Produktion und Bestellungen für langlebige Güter waren zuletzt gesunken. Auch Einzelhandel und Immobilienwirtschaft meldeten schwächere Zahlen. Die regionale Notenbank Atlanta Federal Reserve rechnet deshalb für das zweite Quartal nur noch mit einem Wachstum von 1,3 Prozent. Zur Eintrübung könnte auch der Handelskrieg mit China beitragen, bei dem sich beide Wirtschaftsmächte gegenseitig mit Strafzöllen überziehen.

Die US-Notenbank Fed dürfte angesichts dieser Aussichten vorerst nicht am Leitzins rütteln, der in der Spanne von 2,25 bis 2,5 Prozent liegt. Die Währungshüter um Fed-Chef Jerome Powell hatten ihn 2018 wegen der guten Konjunktur aggressiv angehoben. Dieses Jahr schwenkten sie angesichts des Handelsstreits und der schwächeren Weltwirtschaft um und verordneten sich eine Pause. US-Präsident Donald Trump hat die Fed wiederholt angegriffen. Er wirft ihr vor, der heimischen Konjunktur und den Aktienmärkten geschadet zu haben. Trump hat sich vorgenommen, das Wachstum auf mindestens drei Prozent hochzutreiben - 2018 wurde dies mit 2,9 Prozent knapp verfehlt. Niedrigere Zinsen machen Kredite für Investitionen und Konsum billiger und können so die Konjunktur ankurbeln.

Quelle: Apa/Ag./Dpa

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