Wirtschaft

Verdi begleitet Schnäppchenjagd bei Amazon mit Streiks

Die deutsche Gewerkschaft Verdi will mit Streiks bei Amazon während der Schnäppchenjagd um den "Black Friday" Druck auf den US-Onlinehändler ausüben. Mit Beginn der Nachtschicht auf den Donnerstag rief die Gewerkschaft die Beschäftigten in sieben Versandzentren in Deutschland zu einem dreitägigen Ausstand auf, wie sie am Mittwoch mitteilte.

Seit Jahren werde die geforderte tarifvertragliche und existenzsichernde Entlohnung abgelehnt, kritisiert Verdi-Vertreter Orhan Akman: "Gleichzeitig macht der Konzern mit dem reichsten Mann der Welt an der Spitze durch Coronavirus-Pandemie, "Black Friday", "Cyber Monday" und im Weihnachtsgeschäft riesige zusätzliche Milliardengewinne."

Mitarbeiter bei Amazon profitierten "von exzellenten Löhne, exzellenten Zusatzleistungen und exzellenten Karrierechancen", erklärte dagegen der US-Konzern. In Deutschland liege der Einstiegslohn bei Amazon zwischen 11,30 und 12,70 Euro brutto pro Stunde.

Der Tarifstreit zwischen dem Online-Händler und Verdi schwelt bereits seit Jahren. Verdi fordert für die Mitarbeiter in den deutschen Amazon-Versandzentren tarifliche Regelungen, wie sie im Einzel- und Versandhandel gelten und unterstreicht diese Forderung immer wieder mit Protesten. Amazon lehnt einen solchen Tarifvertrag mit Verdi ab.

Amazon betreibt in Deutschland nach eigenen Angaben 15 Logistikzentren an 14 Standorten mit rund 16.000 festangestellten Beschäftigten. Amazon sei ein fairer Arbeitgeber, macht der Online-Händler geltend. Die Logistikmitarbeiter erhielten "ein sehr wettbewerbsfähiges Lohnpaket".

Der Konzern des US-Milliardärs Jeff Bezos hat seine Mitarbeiterzahl in den vergangenen Jahren vervielfacht. Auseinandersetzungen mit den Gewerkschaften gibt es nicht nur in Deutschland. Das Unternehmen lehnt Tarifverträge (Kollektivverträge) grundsätzlich ab. Bezos gilt nach verschiedenen Vermögensschätzungen als der reichste Mensch der Welt.

Quelle: Apa/Age.

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