Wirtschaft

Verdi will Filialen bei Galeria Karstadt Kaufhof retten

Die Gewerkschaft Verdi will weitere Warenhäuser beim angeschlagenen Handelskonzern Galeria Kaufhof Karstadt retten. "Wir setzen alles daran, dass wir noch einen Teil der geplanten Schließungen verhindern und damit auch Arbeitsplätze retten können", sagte Verdi-Verhandlungsführer Orhan Akman der "Rheinischen Post". Gleichzeitig forderte Akman größere Verhandlungsbereitschaft der Vermieter.

Die Kaufhäuser gehören zum Signa-Konzern SN/APA (dpa)/Hendrik Schmidt
Die Kaufhäuser gehören zum Signa-Konzern

"Sie müssen aus der Deckung kommen und nicht pokern. Sie haben jahrelang zum Teil mit überteuerten Mieten gut kassiert und tragen nun eine Mitverantwortung dafür, dass Innenstädte nicht veröden", so Akman weiter. Der Handelsriese musste angesichts der Umsatzeinbrüche durch die Coronakrise Anfang April Rettung in einem Schutzschirmverfahren suchen. Zuletzt hatte er angekündigt, 62 von 172 Warenhäusern zu schließen und mehrere Tausend Jobs zu streichen. Bei Karstadt Sports sollen 20 von 30 Filialen aufgegeben werden.

Der österreichische Mutterkonzern Signa will 366 Millionen Euro als Sanierungsbeitrag in die Hand nehmen, wie ein Sprecher bestätigte. Allein 200 Millionen Euro sollen als Mietzuschuss gezahlt werden.

Die Gewerkschaft Verdi und die Karstadt Feinkost GmbH haben sich unterdessen nach Gewerkschaftsangaben auf einen umfassenden Sozialtarifvertrag verständigt und damit die Hälfte der Filialen gerettet. "Es ist uns gelungen, dass mindestens 26 Filialen erhalten bleiben und es für vier weitere Filialen Hoffnung auf den Erhalt gibt", erklärte der Einzelhandels-Leiter bei Verdi, Orhan Akman, am Samstag.

Bitter sei, dass dennoch Standorte geschlossen würden und Arbeitsplätze verloren gingen, sagte Akman. Allerdings sorge der Tarifvertrag für eine bestmögliche Absicherung der von Entlassung betroffenen Beschäftigten. Ebenso sei für die weiterbeschäftigten Menschen eine Beschäftigungssicherung vereinbart worden.

Bei Karstadt-Feinkost arbeiten nach Verdi-Angaben rund 2.100 Beschäftigte in 50 Filialen. Für die im Unternehmen verbleibenden Beschäftigten wurde demnach eine Beschäftigungssicherung bis zum 1. Jänner 2025 vereinbart. Karstadt-Feinkost gehört zum Kaufhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof.

Quelle: Apa/Dpa

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