Wirtschaft

Von E-Ferraris und "Trumpchis"

Die Autowelt steht Kopf: Ferrari denkt an einen E-Boliden und ein chinesischer Autobauer verzichtet in den USA auf seinen "Trumpchi".

Ab 2020 will Ferrari auch einen SUV produzieren – „den schnellsten auf dem Markt“, wie Präsident Sergio Marchionne betont.  SN/afp
Ab 2020 will Ferrari auch einen SUV produzieren – „den schnellsten auf dem Markt“, wie Präsident Sergio Marchionne betont.

Ferrari-Präsident Sergio Marchionne will verstärkt auf elektrische Fahrzeuge setzen. Der Chef des Autobauers Fiat Chrysler (FCA) schloss nicht aus, dass Ferrari bald einen elektrischen Boliden bauen könnte.

"Sollte es zu einem elektrischen Supercar kommen, dann baut es Ferrari als erster. Es ist dann egal, ob wir ihn verkaufen oder nicht", sagte Marchionne laut Medienangaben. Das elektrische Fahrzeug könnte ein Schwerpunkt des neuen Entwicklungsplans sein, den Ferrari im März in Maranello vorstellen wird.

"Der neue Plan wird Hybridautos mit einschließen. Von dort ist es einfach, zu einem elektrischen Auto zu gelangen", betonte Marchionne. Laut dem Manager werden bis 2025 die Hälfte aller Autos, die produziert werden, elektrische Fahrzeuge oder Hybridautos sein.

Der Ferrari-Boss plant bis 2020 auch die Produktion eines Ferrari-SUV. "Es wird der schnellste SUV auf dem Markt sein", sagte der Manager. In Italien will Marchionne außerdem einen weiteren Jeep produzieren. Derzeit wird bereits der Jeep Renegade im FCA-Produktionswerk im süditalienischen Melfi produziert.

FCA hat bisher weniger als andere Autobauer in elektrische und auch in selbstfahrende Autos investiert. Der italo-amerikanische Konzern hat sich mit BMW, Intel und Mobileye für die Entwicklung einer technologischen Plattform für fahrerlose Autos verbündet. Bis 2017 sollen 40 fahrerlose Autos getestet werden.

Chinesen geben "Trumpchi" für USA-Markt neuen Namen

Ganz andere Ziele verfolgt der Autobauer GAC aus China. Das Unternehmen will in Zukunft auch auf dem US-Markt mitmischen - und verzichtet dafür dort auf den Namen "Trumpchi". Wegen der Namensähnlichkeit zu US-Präsident Donald Trump sollten diese Modelle in den USA unter einem anderen Namen eingeführt werden, sagte ein Sprecher des Unternehmens auf der Automesse in Detroit.

Damit sollten "falsche Assoziationen" und "Missverständnisse" vermieden werden. Ein neuer Name stehe aber noch nicht fest.

Dabei ist die Bedeutung des Wortes "Trumpchi" durchaus schmeichelhaft: Im Chinesischen bedeutet es dem GAC-Sprecher zufolge so viel wie "Legende". Autos der Marke "Trumpchi" rollen in China und 13 weiteren Ländern in Asien und im Nahen Osten seit Jahren über die Straßen. Ende 2019 will GAC auch auf dem US-Markt solche Modelle in den Handel bringen.

Dass die Namenswahl von Autos mitunter Komplikationen auslösen kann, musste in der Vergangenheit bereits der Hersteller Tata Motors aus Indien erfahren: Sein "Zippy Car" - abgekürzt "Zica" - erwies sich angesichts des von der Weltgesundheitsorganisation WHO zur globalen Epidemie ausgerufenen Zika-Virus als unglückliche Wahl. Das Auto wurde schließlich in Tiago umbenannt.

Quelle: APA

Aufgerufen am 22.09.2018 um 11:09 auf https://www.sn.at/wirtschaft/welt/von-e-ferraris-und-trumpchis-23066056

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