Wirtschaft

Weiterer chinesischer Immobilienkonzern in Zahlungsverzug

In China ist mit Modern Land ein weiterer Immobilienentwickler in Zahlungsverzug geraten. Der kleinere Rivale des strauchelnden Immobilienriesen China Evergrande zahlte Zinsen für eine Anleihe nicht und begründete dies mit unerwarteten Liquiditätsengpässen. Bei Investoren kamen die Sorgen vor einer Krise am ganzen chinesischen Immobilienmarkt wieder hoch. Der Branchenindex CSI 300 Real Estate gab 2,6 Prozent nach, der Immobilienindex in Hongkong fünf Prozent.

Fall Evergrande zieht weitere Probleme nach sich SN/APA/AFP/HECTOR RETAMAL
Fall Evergrande zieht weitere Probleme nach sich

"Die Frage ist immer, wer ist der nächste", sagte ein Investor mit Engagement im chinesischen Hochzinsanleihen-Markt. Immobilienfirmen gerieten nun "eine nach der anderen" in Schwierigkeiten. Die Zahlungskrise von Evergrande sorgt seit Wochen für Unruhe auf den Finanzmärkten. Der Konzern, der unter einem Schuldenberg von mehr als 300 Milliarden Dollar (258,55 Mrd. Euro) ächzt, konnte mehrfach Anleihezinsen nicht bedienen. Vergangene Woche hatte Evergrande allerdings Zinsen für eine Dollar-Anleihe überwiesen und damit für Erleichterung gesorgt. Auch die Arbeit an Bauprojekten nahm Evergrande wieder auf.

Die Ankündigung von Modern Land nahm Anlegern aber Wind aus den Segeln. Evergrande-Aktien gaben anfängliche Gewinne ab und rutschten um sechs Prozent ab. Titel von Modern Land wurden nicht gehandelt.

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