Wirtschaft

Zahl der Milliardäre 2017 auf Rekordhoch

"82 Prozent des im vergangenen Jahr erwirtschafteten Vermögens ist in die Taschen des reichsten Prozents der Weltbevölkerung geflossen." Das geht aus dem jüngsten Bericht der Entwicklungshilfeorganisation Oxfam mit dem Titel "Reward Work, not Wealth" hervor. Die Zahl der Milliardäre erreichte im vergangenen Jahr mit 2.043 ein Rekordhoch.

Auch diese Yacht gehört einem Superreichen SN/APA (AFP/Archiv)/SEBASTIEN NOGIE
Auch diese Yacht gehört einem Superreichen

Zwischen 2016 und 2017 kam "alle zwei Tage ein neuer Milliardär hinzu", wie Oxfam mit Verweis auf die erstmals 1987 veröffentlichte Milliardärsliste des US-Magazins "Forbes" feststellt. Waren es vor 30 Jahren noch 140 Milliardäre mit einem Gesamtvermögen von 295 Milliarden Dollar gewesen, so seien 2017 2.043 Milliardäre mit insgesamt 7,7 Billionen Dollar auf der Liste vertreten - laut Oxfam ein Rekordhoch.

"Das reichste Prozent der Weltbevölkerung besitzt weiterhin mehr Vermögen als der gesamte Rest", prangert die Hilfsorganisation an. Die "3,7 Milliarden Menschen, die die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung ausmachen", würden hingegen nicht vom Vermögenswachstum profitieren.

Einen Grund für dieses Ungleichgewicht sieht Oxfam in der "Steuervermeidung von Konzernen und Superreichen". Demnach drückt sich das "reichste Prozent der Bevölkerung" durch "Steuertricks um Steuerzahlungen von etwa 200 Milliarden US-Dollar pro Jahr". Den Entwicklungsländern hingegen, kritisiert die Hilfsorganisation weiter, entgingen durch diese Tricks mindestens 170 Mrd. US-Dollar an Steuereinnahmen pro Jahr - "mehr als die gesamte weltweite Entwicklungshilfe (145 Mrd. US-Dollar/Jahr)".

Jörn Kalinski, Kampagnenleiter von Oxfam Deutschland, prangert zudem an, dass das derzeitige Wirtschaftssystem "auf der konsequenten Ausbeutung von Frauen" basiere. Sie würden "geringer bezahlt" als Männer und seien "überproportional häufig in schlecht bezahlten Berufen und in unsicheren Arbeitsverhältnissen vertreten". Schätzungen zufolge leisten Frauen jährlich "unbezahlte Pflege- und Sorgearbeit" im Umfang von zehn Billionen US-Dollar, zeigt Kalinski auf.

Oxfam fordert deshalb von den politisch Verantwortlichen "Steuervermeidung von Konzernen und Superreichen" zu stoppen, "faire Einkommen und gleiche Chancen für Frauen und Männer" durchzusetzen und "in Bildung und Gesundheit für alle" zu investieren. Der Bericht wurde im Vorfeld des Weltwirtschaftsforums (23.-26 Jänner) im Schweizer Davos veröffentlicht. Dort werden neben US-Präsident Donald Trump auch mehrere Regierungschefs Europas erwartet.

Quelle: APA

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