Wirtschaft

Zukunft von kika und Leiner: Kämpferischer Manager spricht von "Herkulesaufgabe"

Im Juni hatte die Signa-Gruppe von Immobilieninvestor René Benko die österreichische Möbelkette kika/Leiner übernommen. Am Dienstag stellte die neue Geschäftsführung ihre Pläne für die Zukunft vor. Es sollen weniger Mitarbeiter als angekündigt abgebaut werden.

Der neue deutsche Manager an der Spitze, Reinhold Gütebier, gab sich bei der Vorstellung der Ziele von kika/Leiner kämpferisch: "Wir müssen eine Herkulesaufgabe angehen und die Servicewüste Österreich beseitigen." Gütebier war vor seinem Wechsel zur Signa Holding bei Segmüller, zu kika/Leiner ist er eigenen Worten nach wegen deren Chef René Benko gewechselt. "Er hat mich in seinen Bann gezogen." Mehr sagte er dazu nicht. Die Mitarbeiter der beiden Möbelketten müssten kundenorientierter werden, das Marketing ausgebaut werden, ihm fehle im Großen und Ganzen die Inszenierung.

Gütebier selbst zeigte vor, was er unter Inszenierung versteht: Er sei ein "Mann der Front", die Möbelbranche "seine Leidenschaft", er halte nichts von Managern in Glaskästen, die Führungspersönlichkeiten müssten raus "in die Fläche", also rein in die Möbelhäuser.

Der Top-Manager geht von einem dreijährigen Restrukturierungsprozess aus, dann will er in der "Champions League" ganz oben mitspielen.

Der Personalabbau fällt offenbar nicht ganz so hart aus wie bisher kolportiert: Statt 1100 sollen 712 Vollzeitkräfte ihre Arbeit verlieren. Nach den Worten von Gütebier sollen aber ab nächstem Jahr wieder neue Kräfte eingestellt werden. Nach jetzigem Stand startet kika/Leiner mit 42 Filialen und rund 4500 Mitarbeitern.

Die Signa Holding ist seit Juni Besitzer der Möbelketten kika und Leiner. Chef ist der Immobilientycoon René Benko, der nach der Übernahme der Möbelketten und der Fusion der deutschen Warenhäuser Karstadt und Kaufhof nun auch als Medienmacher fungieren will. Ihm gehört künftig auch ein knappes Viertel an "Krone" und "Kurier".

Die Insolvenz konnte durch die Übernahme verhindert werden, aber rund 800 der damals 6500 Mitarbeiter in der Gruppe verloren ihren Job, bis Jahresende werden zudem einige Filialen geschlossen.

Die Möbelketten kommen seit Monaten nicht aus den Schlagzeilen, Umsatz- und Kundenschwund sind die Folge. Geschäftsführung und Betriebsrat einigten sich auf einen Sozialplan für die Beschäftigten, die ihren Job verlieren.

Die Pressekonferenz zum Nachsehen:

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