Wirtschaft

Zwei Drittel der britischen Thomas-Cook-Urlauber heimgekehrt

Eine Woche nach der Pleite des britischen Reisekonzerns Thomas Cook plc sind zwei Drittel der Urlauber aus Großbritannien, die zum Zeitpunkt der Insolvenzerklärung unterwegs waren, wieder zu Hause. Rund 106.000 Kunden wurden bis Montag mit der "Operation Matterhorn" zurückgeholt, wie die britische Zivilluftfahrtbehörde CAA mitteilte.

Über 100.000 Kunden sind mittlerweile wieder heimgekehrt SN/APA (dpa)/Silas Stein
Über 100.000 Kunden sind mittlerweile wieder heimgekehrt

Die restlichen Urlauber, die einen Flug oder gleich einen ganzen Aufenthalt mit Thomas Cook gebucht hatten, sollen bis zum 6. Oktober wieder zu Hause sein. Dafür sind noch mehr als tausend Flüge geplant.

Nach den Milliardenverlusten und der Zahlungsunfähigkeit des in London börsennotierten Reiseveranstalters Thomas Cook Group plc ging vergangenen Mittwoch auch der österreichische Ableger des Tourismuskonzerns pleite. "Mit Stand heute sind noch 1.050 Pauschalreisende in den Zielorten", sagte Unternehmenssprecherin Daniela Schmuck-Soldan vom Abwickler Allianz Partners (AWP) am Montag zur APA.

Am Montag vor einer Woche hatte die mittlerweile insolvente Thomas Cook Austria AG eigenen Angaben zufolge noch rund 4.600 Kunden in den Feriendestinationen. "Vergangenes Wochenende haben wir zusammen der AUA für knapp über 400 Pauschalreisende die Rückreise sichergestellt", berichtete Schmuck-Soldan. Die Kostenübernahme sei von der Insolvenzversicherungen gekommen.

Thomas Cook Austria sagte alle Reisen bis Ende Oktober ab. Bisher waren erst die Reisen bis 4. Oktober endgültig ausgefallen. Wer bei Thomas Cook Austria eine Pauschalreise für Oktober gebucht hat, soll sich an sein Reisebüro wenden, um Details für die Erstattung der Kosten oder für eine Neubuchung der Reise zu erfahren, teilte der Versicherungsabwickler Allianz Partners am Montag mit.

Derweil verteidigte Thomas-Cook-Chef Peter Fankhauser seinen Kurs an der Spitze des britischen Unternehmens sowie die hohen Gehälter der Führungsspitze. "Ich habe alles getan, um die Firma zu retten", sagte Fankhauser der Zeitung "Daily Mail" vom Sonntag. Seit der Insolvenz des Konzerns wurden vor allem aus der Politik die rund 20 Mio. Pfund (22,5 Mio. Euro) kritisiert, die in den vergangenen Jahren insgesamt an das Führungsmanagement gingen. Der britische Verkehrsminister Grant Shapps brachte eine Rückzahlung der Boni ins Spiel.

Der britische Reisekonzern Thomas Cook hatte am Montag vor einer Woche Insolvenz angemeldet. Von der Pleite betroffen ist auch der deutsche Ferienflieger Condor, für den aber zunächst ein staatlicher Überbrückungskredit gewährt wurde. Am vergangenen Mittwoch meldeten auch die deutsche sowie die österreichische Tochter von Thomas Cook Insolvenz an.

Quelle: Apa/Ag.

Aufgerufen am 18.09.2020 um 11:13 auf https://www.sn.at/wirtschaft/welt/zwei-drittel-der-britischen-thomas-cook-urlauber-heimgekehrt-76987510

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