Leserbrief

Der Obus - kein Auslaufmodell

Mit Entsetzen musste ich im Lokalteil der SN vom 24. 9. lesen, dass manch ein Eigentümervertreter der Salzburg AG den Wert seines eigenen Unternehmens nicht kennt, weil die Meinung vertreten wird, dass der Obus ab 2030 ein abzuschaffender sei. Als Gründe hierfür werden u. a. veraltete Technologien und mangelnde Flexibilität genannt.

Diese "veraltete Technologie" beschert der Stadt Salzburg bereits seit 79 Jahren ein abgasfreies, äußerst klimafreundliches Verkehrsmittel. Noch dazu wird die dafür notwendige Energie im Hause Salzburg AG erzeugt. Außerdem ist die Lieferung von 15 nagelneuen Hess-eObussen angelaufen, deren Lebensdauer sich sicherlich bis nach 2030 erstrecken wird.

Leider sind sich auch sämtliche politischen Parteien, die den Klimaschutz auf ihre Fahnen geheftet haben, noch immer nicht bewusst, was in jenen österreichischen Städten, die über elektrische Nahverkehrsmittel verfügen - seien es nun Bahnen aller Art oder Obusse -, bereits seit Jahrzehnten für den Klimaschutz getan wird.

Bevor nun ein gut funktionierendes Obusnetz durch ein
- aus heutiger Sicht noch lang nicht praxistaugliches oberleitungsfreies - Batterie- oder Wasserstoffsystem ersetzt wird: Warum stellt man nicht eine der innerstädtischen Dieselbuslinien zuerst um, noch dazu, wo hier auch die Salzburg AG als Aufgabenträger fungiert?

Apropos Dezentralisierung: In einer Stadt von der Größe Salzburgs könnte man sich durch eine Dezentralisierung von Remisen ein paar Leerkilometer sparen, aber man muss auch den Aufwand für zusätzliches Garagenpersonal bedenken. Aber: Wenn man das Liniennetz zerschlagen und an mehrere private Betreiber mit verschiedenen Standorten vergeben will, so erscheint die Devise Dezentralisierung logisch.


Thomas Feichtinger, Pro Obus Salzburg Verein zur Förderung von Obusbetrieben5026 Salzburg

Aufgerufen am 29.11.2020 um 12:25 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/der-obus-kein-auslaufmodell-77050321

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