Leserbrief

Eine verdeckte Einsparung?

In Ihrer Ausgabe vom 21. Dezember berichten Sie über die geplante Umgestaltung des Buslinienplanes in der Stadt Salzburg. Man fragt sich beim Lesen des Artikels, was letztlich das Motiv dahinter sein könnte: Handelt es sich bei der angekündigten Ausdünnung des Liniennetzes nicht eigentlich um eine verdeckte Einsparungsmaßnahme? In Zeiten, in denen die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel attraktiver gemacht werden sollte, würden zwei Busstationen der Linie 2 aufgelassen, die sich in einem dicht besiedelten Wohngebiet in Gnigl befinden, in unmittelbarer Nähe einer Schule, einer Behinderteneinrichtung und des Friedhofs. Außerdem wären von diesem Stadtteil aus weder der Mirabellplatz noch der Bahnhof ohne Umsteigen zu erreichen. Will man ernsthaft die Verkehrsteilnehmer/-innen wieder zur Autofahrt ins Zentrum bewegen? Das wäre ein Zeichen rückschrittlicher Verkehrspolitik und ist unbedingt zu überdenken! Wenn Sie einen Blick etwa auf die benachbarte Landeshauptstadt Linz machen, dann erleben Sie, wie avanciert und benutzerfreundlich gut ausgebauter öffentlicher Verkehr aussehen kann - mit nagelneuen Bus- und Straßenbahnmodellen, Fahrscheinautomaten an jeder Haltestelle, großzügig gestalteten Wartebereichen und verlängerter Linienführung. Auch so könnte eine kundenfreundliche Planung des öffentlichen Verkehrs funktionieren.

Mag. Ulrike Ramsauer, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 23.01.2022 um 05:19 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/eine-verdeckte-einsparung-114576454

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