Leserbrief

Genderwahn hat seine Grenzen

Ich möchte Herrn Dr. Wladimir Ledochowski zum Leserbrief "Berufsbezeichnung ohne Unterschied" (SN, 8. 9.) applaudieren.

Es ist mir schon lange ein Dorn im Auge, wie in den letzten Jahren das Gendern in Ansprachen und Beiträgen zu einem schlechten Redefluss und zu einem schlechten Lesefluss wird. Vor Jahren hatte ich ein Seminar mit einem Germanisten, leider ist mir der Name nicht mehr geläufig, der sich mit dem Thema Gendern ausführlichst auseinandergesetzt hatte. In seinen Augen ist das Gendern nur bei persönlicher Ansprache von Personen angebracht, aber keineswegs bei Berufsbezeichnungen, Gattungsnamen oder allgemeinen Aussagen (z. B. alle Autofahrer haben zu beachten, dass … und nicht alle Autofahrer und Autofahrerinnen haben zu beachten …). Ich sehe es eher als Diskriminierung an, dass man zum Anhängsel wird. So viel Selbstvertrauen haben Frauen von heute, dass sie sich bei allgemeinen Bezeichnungen nicht ausgeschlossen fühlen (der Mensch, Berufstätige, Politiker etc.). Ich bin für ein Selbstverständnis der Gleichberechtigung auf allen Ebenen, aber nicht für zwanghaften Hinweis, dass es ein weibliches Geschlecht gibt. Wie wird das wohl sein, wenn sich das dritte Geschlecht durchgesetzt hat? Wir haben andere Sorgen, z. B. Gewalt an Frauen, nicht ausreichende Wertschätzung ihrer Leistungen etc.
Dr. Maria Ganauser
5020 Salzburg

Quelle: SN

Aufgerufen am 24.11.2020 um 02:42 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/genderwahn-hat-seine-grenzen-92803591

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