Leserbrief

Mamas haben am Arbeitsmarkt keinen Platz ...

Mein Name ist Jasmin Ritter, ich bin 30 Jahre alt, verheiratet und glückliche Mama unserer sechsjährigen Tochter Amelie.

Ich bin seit Februar 2020 - nach 10 Jahren - leider arbeitslos geworden. Ich war nicht oft arbeitslos, seitdem ich mit 15 Jahren zu arbeiten begonnen habe. Wenn ich es war, hatte ich spätestens nach einem Monat wieder eine Arbeit gefunden. Da dachte ich mir auch jetzt, dass es sicher kein Problem sein würde, eine neue Arbeitsstelle zu finden. Ich machte mich auf die Suche bei sämtlichen Jobbörsen und natürlich bekomme ich vom AMS auch offene Stellen zugeschickt.

Voller Motivation und Tatendrang habe ich mich bei sehr vielen Firmen beworben. Danach musste ich am eigenen Leibe erfahren, was es heißt, als arbeitslose Mama eine Arbeit zu suchen. Sehr viele Firmen finden es nicht einmal die Mühe wert, zurückzuschreiben oder eine Antwort zu geben, aber von den Bewerber/-innen wird professionelles Auftreten und organisiertes Arbeiten verlangt. Die Firmen schaffen es hingegen nicht einmal zwei oder drei Zeilen zu antworten und lassen die Bewerber/-innen im Ungewissen.

Das Hauptproblem ist, dass wir Mamas mit Kleinkindern nicht 40 Stunden arbeiten gehen können; das wäre für Mutter und Kind unzumutbar. Somit sind wir darauf angewiesen, dass wir "nur" in Teilzeit arbeiten und genau da liegt das größte Problem. Wir Mütter werden verurteilt, dass wir Kinder haben und arbeiten gehen wollen und müssen! Ich hatte einige Vorstellungsgespräche und Bewerbungen und mehr als die Hälfte hat mich nicht genommen, weil sie sagen "Sie haben ein Kind und dass ist uns zu unsicher." Ich finde, dass ist eine bodenlose Frechheit!

Wir Mamas schauen und sorgen dafür, dass wir unsere Kinder in Betreuung geben, damit wir arbeiten können, managen alles, wenn unser Kind mal krank ist, wir gehen trotzdem zur Arbeit und dann bekommt man zu hören, es ist zu unsicher!

Es kann doch nicht sein, dass eine Mutter abgewiesen wird, nur weil sie ein Kind hat. Schließlich ist Mutter sein der härteste Job der Welt! Ich als Mama fühle mich wirklich diskriminiert und finde es wirklich sehr schade, dass viele Firmen so egoistisch sind und keine bzw. nur sehr wenige Mütter einstellen.

Das gehört meiner Meinung nach geändert, denn schließlich haben wir genauso das Recht auf angemessene Arbeit! Ja vielleicht haben wir Mamas nicht studiert oder sämtliche Kurse gemacht, aber wir verstehen, was es heißt zu arbeiten!

Ich würde mir wünschen, dass mein Aufruf gehört wird und es vielleicht doch noch Firmen gibt, die Mütter herzlich willkommen heißen und die Problematik verstehen.

Ich gebe den Kampf nicht auf und werde mich dafür einsetzen, dass wir Mamas gehört werden - speziell in der Arbeitswelt!

Dass die jetzige Arbeitssuche coronabedingt noch schwieriger ist, ist mir vollkommen bewusst und dass manche - oder sagen wir viele Firmen - die Kapazitäten nicht haben, neue Leute einzustellen, ist mir auch vollkommen bewusst, trotzdem rechtfertigt es nicht, dass wir Mütter bei der Arbeitssuche benachteiligt werden!

Denn wie schon erwähnt, ist Mama sein eine sehr anstrengende und herausfordernde Aufgabe.


Jasmin Ritter, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 03.12.2020 um 01:01 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/mamas-haben-am-arbeitsmarkt-keinen-platz-92377891

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