Leserbrief

Mobilisieren statt hospitalisieren

Unverständnis löst der Bericht über die Finanzierungsunsicherheit in Bezug auf das Projekt "Gerafit" aus. Patientinnen und Patienten, die auf verschiedenen Stationen der Uniklinik Salzburg versorgt, aber gar nicht mehr behandelt werden, sollen für die Rückkehr in die eigene Wohnung mobilisiert werden. Fit für selbstbestimmtes Leben, ohne dauerhafte Übersiedlung ins Seniorenwohnhaus und ohne langfristiges Leben im Krankenhaus.

Zusätzlich passiert Kurioses: Der Druck zur Übersiedlung vom Krankenhaus in eine Pflegeeinrichtung - auch außerhalb von Salzburg - steigt. Die Anmeldung erfordert immer mehr Formalitäten. Zusätzlich wird eine gerichtliche Erwachsenenvertretung angeregt, die aber nur bestellt werden kann, wenn dies unvermeidlich ist, also keine Alternative dazu besteht. Da die Mobilisierung eine passende Alternative sein könnte und so die Entscheidungsfähigkeit durch die Betreuung zu Hause herstellbar wäre, sollte das Bestellungsverfahren gar nicht erst eingeleitet werden.

Das wichtige Projekt "Gerafit" würde die Selbstbestimmung der Betroffenen unterstützen und gleichermaßen die Krankenhäuser entlasten. Es sollte möglichst rasch umgesetzt werden.

Mag. Norbert Krammer, VertretungsNetz Erwachsenenvertretung 5020 Salzburg

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