Leserbrief

Ökologischer Vorteil des Obusses

Die Totgesagten leben länger! Ich kann dem Herrn Feichtinger (Leserbrief "Der Obus - kein Auslaufmodell", 2. 10.) voll beistimmen. Die Oberleitung ist zwar keine schöne Sache, aber Batteriebus und Wasserstoffbus sind ökologisch weit hinter dem Obus zu verorten.

Der Batteriebus hat einen zirka 30% höheren Bedarf an Antriebsenergie. Gründe dafür sind das zusätzliche Gewicht und die Verluste beim Laden und Entladen der Batterien. Das Recycling dieser Hightechbatterien ist ungelöst. Es handelt sich um komplexe Materialkombinationen, die nur mit hohem Aufwand zu trennen sind. Die herkömmliche Bleibatterie ist einfach und leicht (beinahe zu 100%) wiederverwertbar, allerdings wäre sie für den Antrieb viel zu schwer.

Der Wasserstoffbus hat energetisch einen ziemlich schlechten Wirkungsgrad. Die Gewinnung von Wasserstoff mit el. Energie hat zirka 50% Verluste. Der Fahrzeugantrieb mit Verbrennungsmotor hat zirka 70% Verluste.

Würde der Wasserstoffbus über Brennstoffzellen und E-Motor angetrieben, so wären die Verluste etwas geringer. Vom Wirkungsgrad her würde der Wasserstoffbus einen Rückschritt in das Dampflok-Zeitalter bedeuten. Der H-Bus kann also keinen Beitrag zur CO-Einsparung bringen!

Die hoch bezahlten Entscheidungsträger sollten endlich einmal einige naturwissenschaftliche Grundlagen lernen und derartige naive Träume begraben.


DI Manfred Uttenthaler, 8053 Graz

Aufgerufen am 29.11.2020 um 12:45 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/oekologischer-vorteil-des-obusses-77152765

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