Leserbrief

Pflegearbeit muss unterstützt werden

Mangelnde Pflege ist grauenhaft für die Betroffenen, doch ich bin mir nicht sicher, ob das derzeitig betriebene politische Hickhack, von den Medien kräftig unterstützt, diesen unmittelbar helfen wird.

Es ist schon eine Weile her, dass Gemeinden die Trägerschaft auslagerten, lange bevor sich Grüne in Regierungsverantwortung befanden. Nun mag die Auslagerung an österreichische Non-Profit-Organisationen in Ordnung sein, das verhält sich aber ganz grundsätzlich anders bei internationalen, börsenotierten Konzernen wie Senecura, die auch zur französischen Orpea-Gruppe gehört. Diese Organisationen müssen Profit machen und Profit mit Pflege ist nur zu machen, wenn man bei Personal, Pflegemitteln und Essen spart. Dazu gibt es ja auch in Frankreich seit Längerem einen Skandal.

Darüber hinaus wurden in den letzten Jahren die Pflegeberufe nicht wirklich aufgewertet. Es fehlt nach wie vor an guten Gehältern, Fortbildungen und vor allem Supervision. Die Forderung danach ist nach dem Lainzer Skandal Anfang der 80er-Jahre schnell wieder eingeschlafen. Kostet ja auch Geld, das nicht erwirtschaftet wird.

Die Pflege alter und sterbender Menschen ist ein schönes, aber auch schweres Geschäft. Gemeinden und Trägerschaften täten gut daran, die dort arbeitenden Menschen zu unterstützen, Heim- und Stationsleitungen als Verantwortliche zu beaufsichtigen und vor allem auf börsenotierte Vereine bei dieser Aufgabe zu verzichten.

Maria Hanke, pensionierte DGKS, 20 Jahre in der Hauskrankenpflege tätig, 5400 Hallein

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