Leserbrief

Rangnick als richtige Wahl

Ich verstehe nicht viel von Fußball, aber Manchester United ist mit Sicherheit einer der besten Vereine der Welt. Es ist daher erstaunlich, dass sich der Trainer dieses Vereins "herablässt", die österreichische Nationalmannschaft zu führen.

Der legendäre Ernst Happel meinte einmal auf die Frage, ob er das Nationalteam trainieren möchte: "Ich bin Patriot, aber kein Idiot!" Die österreichischen Teamchefs waren bisher nicht gerade erfolgreich. Hickersberger führte das Team zwar zur WM 1990, wo man aber kläglich scheiterte. Daraufhin folgte die Blamage auf den Färöer Inseln. Ein Jahrhundertdebakel. Herbert Prohaska schaffte nach einer verkorksten EM-Qualifikation 1996 immerhin die Teilnahme an der WM 1998.

Allerdings fiel man in der Vorrunde durch. 1999 dann in der Qualifikation zur Euro 2000 die 0:9 Niederlage gegen Spanien. Eine unglaubliche Blamage. Hans Krankl riss als Teamchef auch keine Bäume aus. Ganz im Gegenteil. Bei der "Heim-EM 2008" ist man mit Hickersberger mit einem läppischen Punkt früh ausgeschieden, als Tabellenletzter!

Die österreichischen Trainer waren also nicht gerade das Gelbe vom Ei. Mit Franco Foda schaffte man immerhin bei der Euro 2020 fast den Aufstieg ins Viertelfinale. Das Entscheidungsspiel gegen den späteren Europameister Italien war hervorragend, eines der besten Spiele der Nationalelf überhaupt. Rangnick war einer der besten Trainer der deutschen Bundesliga. Er betreute Mannschaften wie VFB Stuttgart oder Schalke 04. Das sind schon andere Kaliber als Admira Wacker, wo Teamchefkandidat Andi Herzog trainiert. Auch Ungarn, wo derzeit Peter Stöger arbeitet, ist alles andere als eine Fußballgroßmacht.

Ich gratuliere daher dem ÖFB, dass er sich endlich durchgerungen hat, einen der besten Trainer in Europa zu engagieren!


Mag. Klaus Goldmann, 4210 Gallneukirchen

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